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Baumsteigerfrosch: Arten, Lebensraum & Haltung

Baumsteigerfrosch: Arten, Lebensraum & Haltung

Mit ihren meist leuchtend bunten Farben ziehen Baumsteigerfrösche alle Blicke auf sich. Was muss man beachten, wenn man sich die südamerikanischen Exoten ins heimische Terrarium holen möchte? Welche Ansprüche stellen sie an die Haltung zuhause? Das sollten Sie über die farbenfrohen Froschlurche wissen.

Baumsteigerfrosch: Arten im Überblick

Baumsteigerfrösche (Lateinisch Dendrobatidae, deshalb auch Dendrobaten genannt) gehören zur Familie der Froschlurche (Anura). Sie sind auch als Pfeilgiftfrösche oder Färberfrösche bekannt. Von Pfeilgiftfröschen zu sprechen ist jedoch in vielen Fällen nicht ganz richtig. Es sondern längst nicht alle Arten tödliches Gift ab, das von indigenen Stämmen in Kolumbien als Pfeilgift bei der Jagd eingesetzt wird.

Die zumeist sehr farbenfrohen Baumsteigerfrösche gliedern sich in drei Unterfamilien:

  • Colostethinae
  • Hyloxalinae
  • Dendrobatinae

Darüber hinaus gibt es elf Gattungen von Baumsteigerfröschen und rund 170 bis 200 Baumsteigerfrosch-Arten. Zu den bekanntesten Baumsteigerfrosch-Arten gehören nicht zuletzt wegen ihrer hohen Toxizität der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis), der Zweifarbige Blattsteiger (Phyllobates bicolor) und der Goldstreifen-Blattsteiger (Phyllobates aurotaenia). Beliebt in der Terrarien-Haltung sind auch der Färberfrosch (Dendrobates tinctorius), der Goldbaumsteiger (Dendrobates auratus) und der Gestreifte Blattsteiger (Phyllobates vittatus).

Die Froschlurche sind meist sehr klein; ihre Größe reicht von etwas mehr als einem Zentimeter bis zu rund fünf Zentimetern. Sie sind tagaktiv und sind besonders zur Brutzeit oft zu hören – dann zirpen oder quaken sie gerne.

Baumsteigerfrosch-Lebensraum: Wo leben Baumsteigerfrösche?

Baumsteigerfrösche stammen aus Regenwäldern in Mittel- und Südamerika. Besonders verbreitet sind sie im Amazonas-Gebiet und der Mata Atlântica an der brasilianischen Ostküste. Teilweise sind Baumsteigerfrösche auch im Hochland von Ecuador zu finden. Außerdem gibt es eine Population auf Hawaii, wo sie im 20. Jahrhundert eingeführt wurden.

In Regenwäldern lebt der Baumsteigerfrosch in allen Zonen – oben in den Baumkronen, aber auch im Laub in Bodennähe. Der Baumsteigerfrosch hat in seinem Lebensraum ein warmes Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit. Tagsüber betragen die Temperaturen in den Herkunftsgebieten der Froschlurche etwa 25 Grad Celsius, nachts fallen sie auf bis zu 20 Grad Celsius ab. Die Luftfeuchtigkeit im Baumsteigerfrosch-Lebensraum beträgt meist zwischen 70 und 100 Prozent.

Sind Baumsteigerfrösche giftig?

Viele Menschen wissen, dass Pfeilgiftfrösche zu den giftigsten Tieren der Welt zählen. Ist der Baumsteigerfrosch also in der Heimtierhaltung nur etwas für Expert/innen? Nicht unbedingt. Zum einen sind gar nicht alle Baumsteigerfrosch-Arten überhaupt giftig. Nur rund ein Drittel der Arten stellt Hautgifte her, die übrigen können keine solchen Alkaloide zum Schutz gegen Feinde bilden. Trotzdem ähneln sie den giftigen Baumsteigerfrosch-Arten optisch stark – mit dieser Nachahmung, die biologisch als Mimikry bekannt ist, täuschen sie Fressfeinde.

Zum anderen sind nicht die Baumsteigerfrösche an sich giftig. Sie sind giftig, weil sie andere Tiere essen – insbesondere Milben, aber auch andere kleine Tiere wie Ameisen oder Käfer – und dadurch bestimmte Substanzen aufnehmen. Diese Substanzen verändern sie in ihrem Körper chemisch, wodurch sie wesentlich giftiger werden. Über die Haut geben sie die Alkaloide als Batrachotoxin ab, welches das Nervensystem von Angreifern attackiert. Das kann zu Krämpfen und Lähmungen, bei besonders giftigen Baumsteigerfrosch-Arten auch rasch zum Tod führen.

Damit ist es jedoch abhängig vom Futter der Baumsteigerfrösche, ob und wie giftig sie sind. In Gefangenschaft – ohne giftige Beutetiere – sinkt ihre Toxizität rasch. Nachzuchten sind meist nicht mehr giftig, spätestens in der zweiten Generation stellen sie für ihre Halter/innen kein Problem dar. Entscheidend ist also bei der Baumsteigerfrosch-Haltung, woher die Tiere stammen.

Das sollten Sie bei der Baumsteigerfrosch-Haltung beachten

Bei der Haltung von Baumsteigerfröschen sollten Sie verschiedene Aspekte beachten. Zunächst stellt sich die Frage nach der Zahl der Tiere. Baumsteigerfrösche werden häufig paarweise gehalten, sie können aber auch als Einzelgänger leben. Da sie territorial veranlagt sind, empfiehlt es sich nicht, sie in Gruppen zu halten. Das würde schnell zu Konflikten führen, durch die die Tiere Verletzungen davontragen oder sogar sterben könnten. Problematisch kann es auch sein, Tiere mehrerer Baumsteigerfrosch-Arten zu vergesellschaften. Auch hier kommt es tendenziell zu Konflikten.

Die Zahl der Tiere bestimmt darüber mit, welches Terrarium sich für die Baumsteigerfrosch-Haltung eignet. Es muss nicht riesig sein, sollte den Tieren aber trotzdem genug Platz bieten, um sich notfalls aus dem Weg zu gehen. Die Mindestgröße für ein Baumsteigerfrosch-Terrarium sollte bei 50x50x50 Zentimetern, besser 60x60x60 Zentimetern liegen. Wie (fast) immer gilt in puncto Terrarium: größer ist besser.

Tipps zur Einrichtung des Terrariums für den Baumsteigerfrosch

Richten Sie das Terrarium für Ihre Baumsteigerfrösche so ein, dass die Tiere sich darin wohlfühlen werden. Dazu benötigen Sie ein Regenwaldterrarium mit feuchtem, warmem Klima. Geeignet ist zum Beispiel ein Glasterrarium mit guter Belüftung. Der Boden sollte wasserdicht sein, damit keine Feuchtigkeit austreten kann. Im Terrarium sollte ein Wasseranteil vorhanden sein, eine Schale mit Wasser reicht dafür im Zweifel aus.

Das Substrat sollte möglichst wenig Wasser speichern können. Prinzipiell geeignet als Unterlage sind Filtermatten aus der Aquaristik oder Xaxim-Platten. Darauf sollten Sie Eichenlaub oder Rindenmulch mehrere Zentimeter hoch verstreuen. Zur Dekoration bieten sich Wurzeln, Kork, Höhlen und Röhren an. Gut zur Bepflanzung eignen sich Javamoos, Bromelien und Bubikopf. Die seitlichen Wände können mit Kokosfasern ausgekleidet werden, um den Baumsteigerfröschen einen Sichtschutz und Klettermöglichkeiten zu bieten.

Im Terrarium sollte eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 Prozent herrschen. Dazu können Sie eine automatische Beregnungsanlage benutzen. Die Temperatur kann zwischen 22 und 28 Grad Celsius schwanken. Es sollte nicht überall im Terrarium gleich warm sind, sondern ein Temperaturgefälle geben.

Welches Futter eignet sich für den Baumsteigerfrosch?

Ein Baumsteigerfrosch benötigt alle zwei bis drei Tage Lebendfutter. Die Tiere würden anderes Futter verschmähen. Baumsteigerfrösche essen kleine Insekten, etwa Fruchtfliegen, kleine Spinnentiere und Gliederfüßler, Asseln, Springschwänze, kleine Heimchen oder Grillen. Bestäuben Sie die Futtertiere vor der Fütterung mit einem Nährstoffpräparat, damit es nicht zu einem Mangel an Vitaminen und Mineralien kommt.

Wenn Sie sich einen Baumsteigerfrosch ins Haus holen, sollten Sie die Artenschutz-Bestimmungen beachten. Wer besonders geschützte Wirbeltiere hält, muss dies nach der Bundesartenschutzverordnung an die zuständige Behörde bei der Stadt- oder Kreisverwaltung melden.

Welche Kosten fallen für einen Baumsteigerfrosch an?

Was kann ein Baumsteigerfrosch kosten? Die mit dem Kauf eines Baumsteigerfroschs verbundenen Kosten hängen von der konkreten Art ab. Baumsteigerfrosch-Arten, bei denen Nachzuchten leicht gelingen, kosten rund 30 bis 50 Euro pro Tier. Seltenere Arten schlagen mit 75 bis 100 Euro, mitunter auch 150 Euro und mehr zu Buche.

Beim Kauf eines Baumsteigerfroschs können Sie sich an eine/n verantwortungsvolle/n Züchter/in oder einen Zoofachhandel wenden. Beachten Sie dabei, dass die Gattungen Dendrobates, Epipedobates, Minyobates und Phyllobates durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES geschützt sind. Der Handel mit ihnen ist streng reglementiert. Wildfänge bedrohen die heimischen Populationen und sollten deshalb nicht unterstützt werden. Achten Sie daher beim Kauf auf gültige CITES-Papiere.