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Agamen: Arten, Lebensraum & Haltung

Agamen: Arten, Lebensraum & Haltung

Agamen gelten als anfänger/innenfreundlich und gehören auch deshalb zu den beliebtesten Tieren in der Terraristik. Hier erfahren Sie mehr über die verschiedenen Agamenarten und ihren Lebensraum. Außerdem geben wir Ihnen Tipps für die Haltung von Agamen als Haustier.

Agamenarten und ihr Lebensraum

Agamen (Agamidae Gray) sind eine Familie, die zur Ordnung der Schuppenkriechtiere und zur Teilordnung der Leguanartigen zählen. Ihnen gehören sechs Unterfamilien an: die Dornschwanzagamen, Schmetterlingsagamen, Amphibolurinae, Segelechsen, Draconinae und Agaminae.

Zu den mehr als 300 Agamenarten zählen unter anderem:

  • Bartagame (Pogona)
  • Afrikanischer Dornschwanz (Uromastyx acanthinura)
  • Kragenechse (Chlamydosaurus kingii)
  • Dornteufel (Moloch horridus)
  • Australische Wasseragame (Intellagama lesueurii)
  • Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus)
  • Grüner Nackenstachler (Acanthosaura capra)
  • Rote Stachelagame (Agama aculeata)
  • Gemeiner Flugdrache (Draco volans)
  • Blutsaugeragame (Calotes versicolor)
  • Ambon-Segelechse (Hydrosaurus amboinensis)
  • Australische Taubagame (Tympanocryptis centralis)
  • Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni)
  • Chinesische Bergagame (Japalura splendida)

Agamen sind in vielen Teilen der Welt heimisch, etwa in Afrika, Asien, Australien und Europa. Lediglich den amerikanischen Kontinent bewohnen sie nicht. Der Agamen-Lebensraum ist entsprechend vielfältig: Sie besiedeln Wüsten, Steppenlandschaften und tropische Regenwälder. Abhängig von der Agamenart leben die Reptilien auf dem Boden, auf Bäumen oder im und am Wasser.

Merkmale von Agamen

Agamen kommen in ganz unterschiedlichen Formen und Farben vor. Ihr Körper ist kräftig mit langen Beinen, einem langen Schwanz und einem breiten Kopf. Der Körper ist von Schuppen überzogen, manche Agamenarten haben jedoch auch Stacheln. Auch die Größe variiert; die Gesamtlänge beträgt bei kleinen Arten etwa zehn, bei großen Arten bis zu 60 Zentimeter.

Die Farbe von Agamen hängt von der Art ab. Manche Agamenarten sind beige, grün oder gräulich gefärbt, während andere deutlich farbenfroher sind. Auch mehrere Farben sind keine Seltenheit. Agamen können ihre Farbe ähnlich wie Chamäleons je nach Gemütszustand verändern, etwa bei Angst oder Aggression.

Als wechselwarme Tiere passen sich Agamen ihrer Umgebungstemperatur an. Sie können gut klettern und sehr gut sehen – der Sehsinn ist ihr ausgeprägtester Sinn. Manche Arten können bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen. Agamenarten, die am Wasser leben, können außerdem gut schwimmen und tauchen. Wasseragamen können teilweise sogar über Wasser laufen, während Flugdrachen von Baum zu Baum segeln.

Wenn die Temperaturen zu kühl werden, halten Agamen Winterruhe. Bei guter Pflege können sie bis zu 15 Jahre alt werden.

Das ist wichtig, wenn Sie Agamen halten

Agamen gehören zu den beliebtesten Exoten, die als Haustiere gehalten werden. Das liegt sicherlich auch daran, dass viele Agamenarten vergleichsweise unkompliziert in der Haltung sind. Wer bisher keine Erfahrung in der Reptilienhaltung hat, kann sich etwa für Bartagamen entscheiden, die als Agamen für Anfänger/innen gelten. Sie sind nicht nur relativ pflegeleicht, sondern können auch verhältnismäßig zutraulich werden. Bedenken Sie aber, dass Agamen keine Kuscheltiere sind und nicht ohne Grund aus dem Terrarium genommen werden sollten.

Auch die Zwergbartagame kann sich für Anfänger/innen eignen. Egal, wofür Sie sich entscheiden: Sie sollten sich immer gut über die Anforderungen der jeweiligen Agamenart informieren, zum Beispiel mithilfe von Büchern und in Terraristik-Foren.

Wie viele Agamen kann beziehungsweise sollte man zusammen halten? Agamen sind Einzelgänger/innen, weshalb sie bedenkenlos alleine leben können. Wer mehrere Tiere halten möchte, kann ein Paar oder eine kleine Gruppe von maximal drei Tieren vergesellschaften. In einer Gruppe sollte es nie mehr als ein Männchen geben – Männchen sind äußerst territorial und würden sich bekämpfen. Bedenken Sie bei Ihren Überlegungen über die Zahl der Tiere, dass es sein kann, dass sich die Agamen nicht vertragen oder Weibchen zu gestresst von Männchen sind. Notfalls müssten Sie also zwei Terrarien einrichten.

Agamen für zuhause: Tipps für die Ernährung

Wenn Sie Agamen halten, ist eine gute Pflege wichtig. Dazu gehört eine gründliche Hygiene: Machen Sie das Terrarium regelmäßig sauber, entfernen Sie täglich Kot und Futterreste. Tauschen Sie Wasser jeden Tag aus.

Auch die Ernährung der Agamen ist ein wichtiger Faktor für ihr Wohlergehen. Welches Futter sich am besten eignet, hängt von der Agamenart ab. Viele Arten fressen vorwiegend Insekten und Larven, während andere sich eher vegetarisch ernähren. Letzteres gilt vor allem für erwachsene Tiere größerer Arten. Jungtiere brauchen meist noch mehr tierische Nahrung. Je nach Art eignet sich als Futter etwa Lebendfutter wie Grillen, Heimchen oder Heuschrecken. Jungtiere müssen dabei häufiger gefüttert werden als adulte Agamen, für die eine Fütterung alle zwei Tage ausreichend ist.

Das passende Terrarium für die Haltung von Agamen

Wenn Sie Agamen halten möchten, brauchen Sie ein geeignetes Terrarium. Je nach Agamenart eignen sich dafür etwa Holzterrarien, die besonders energieeffizient sind. Wie groß das Terrarium für Agamen sein sollte, hängt von der Größe und den Eigenschaften der Agamenart ab. Zwergbartagamen zum Beispiel sind zwar klein, aber sehr agil. Deshalb brauchen sie viel Platz zum Rennen.

Grundsätzlich sollte ein Terrarium für Agamen mindestens die Maße 150x80x80 Zentimeter aufweisen. Das reicht für ein bis zwei Tiere. Für jedes weitere Tier sollten Sie mindestens einen halben Quadratmeter Fläche mehr einplanen. Generell ist es sinnvoll, ein möglichst großes Terrarium zu wählen – die Agamen werden sich dort wohler fühlen als in einem kleinen Terrarium.

Um Agamen als Haustier halten zu können, müssen Sie im Terrarium die passenden klimatischen Bedingungen schaffen. Weil Agamen wechselwarm sind, muss das Terrarium ein Temperaturgefälle aufweisen. Die Tiere brauchen wärmere Stellen ebenso wie kühlere. Die Temperaturen sollten tagsüber zwischen 25 und 30 Grad Celsius liegen, nachts um die 20 Grad Celsius. Wie hoch die Luftfeuchtigkeit sein sollte, hängt von der Agamenart und ihrem natürlichen Lebensraum ab. Mit einem Hygrometer behalten Sie die Werte im Terrarium im Blick.

Das Agamen-Terrarium richtig ausstatten

Um die Temperaturen im Agamen-Terrarium richtig einstellen zu können, sollten Sie Wärmelampen mit UV-Licht nutzen. Montieren Sie die Strahler unbedingt außer Reichweite der Agamen – ansonsten bestünde Verbrennungsgefahr. Wie lange das Terrarium am Tag beleuchtet sein sollte, hängt von den Gegebenheiten im Agamen-Lebensraum ab.

Agamen brauchen im Terrarium Klettermöglichkeiten. Sie können etwa die Rückwand des Terrariums mit Kork auskleiden. Geeignet sind auch Äste und Wurzeln, die zugleich als Verstecke dienen können. Als Versteckmöglichkeiten können sich außerdem Rindenstücke und Tonröhren eignen.

Im Terrarium können Sie lebendige Pflanzen ansiedeln. Dafür eignen sich zum Beispiel rankende Pflanzen, Bromelien oder Farne. Lassen Sie sich bei der Auswahl von der Flora in den Gebieten inspirieren, in denen die jeweilige Agamenart heimisch ist.

Agamen kaufen: Woher bekommt man sie?

Agamen können Sie an verschiedenen Stellen erwerben. Auffangstationen haben oft Agamen, ebenso manche Tierheime. Alternativ können Sie sich an seriöse Züchter/innen oder den Zoofachhandel wenden, Agamen über Online-Shops bestellen oder Agamen von Privatpersonen über Kleinanzeigen kaufen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Tiere gesund aussehen und einen vitalen Eindruck machen.

Was Agamen kosten, ist davon abhängig, wo Sie sie kaufen, wie alt sie sind und um welche Agamenart es sich handelt. Die Einstiegspreise liegen bei bekannten Arten wie Bartagamen bei rund 30 Euro für ein Jungtier. Für erwachsene Tiere müssen Sie in der Regel deutlich mehr zahlen – rechnen Sie mit 100 Euro und mehr.