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Fischers Chamäleon: Lebensraum, Pflege & Haltung

Fischers Chamäleon: Lebensraum, Pflege & Haltung

Fischers Chamäelons (Kinyongia fischeri) stammen aus Bergregionen in Tansania. Wer sie halten möchte, braucht Glück: Oft handelt es sich bei Chamäleons, die unter dieser Bezeichnung angeboten werden, um andere Arten. Hier erfahren Sie, was Sie rund um die Fischers Chamäleon-Haltung wissen sollten.

Fischers Chamäleon: Lebensraum & Merkmale

Das Fischers Chamäleon (Kinyongia fischeri) ist auch als Fischers Zweihornchamäleon bekannt. Es zählt zur Familie der Chamäleons (Chamaeleonidae) und der Gattung Kinyongia. Durch abweichende frühere taxonomische Einordnungen ist teilweise auch von Chamaeleo fischeri und Bradypodion fischeri die Rede, wenn es um das Fischers Chamäleon geht.

Wenn in einem Zoofachgeschäft oder anderswo ein „Fischers Chamäleon“ zum Verkauf angeboten wird, handelt es sich nicht selten um andere Zweihornchamäleon-Arten aus derselben Gattung. Zur Gattung Kinyongia werden inzwischen 18 Arten gezählt; Kinyongia fischeri zählt zu den Vertretern der Gattung, die am seltensten in Gefangenschaft gehalten werden. Häufig verbergen sich hinter einem scheinbaren Fischers Chamäleon nahe Verwandte wie Kinyongia multituberculata, Kinyongia matschiei oder Kinyongia boehmei.

Dass echte Fischers Chamäleons selten angeboten werden, hängt auch mit ihrem vergleichsweise kleinen Herkunftsgebiet zusammen. Der Lebensraum des Fischers Chamäleons beschränkt sich auf Gebiete in Tansania. Früher zählte man auch Kenia zum Lebensraum des Fischers Chamäleons, allerdings wurden die dortigen Kinyongia-Vertreter seither als andere Spezies eingestuft.

Charakteristika von Fischers Chamäleons: Größe und Aussehen

Fischers Chamäleons leben in Bergregenwäldern. Jungtiere sind noch vergleichsweise häufig im Gras anzutreffen, während ältere Fischers Chamäleons bevorzugt in Bäumen und Büschen leben. Die Tiere sind tagaktiv.

Die Größe des Fischers Chamäleons ist vergleichsweise klein. Die Gesamtlänge liegt meist bei 30 bis 40 Zentimetern, wobei die Hälfte auf den Schwanz entfällt. Weibchen sind in der Regel kleiner als Männchen. Die Farbe von Fischers Chamäleons ist meist hellgrün; der Farbton von Männchen kann auch ins Bläuliche, Gelbliche, Bräunliche oder Gräuliche gehen. Während Männchen oft gestreift sind, weisen Weibchen häufig einen schwarzen Fleck am Bauch auf.

Chamäleontypisch können sich Fischers Chamäleons abhängig von den Umständen verfärben. Beim Sonnen können sie zum Beispiel einen dunklen Farbton annehmen, um mehr Energie aufnehmen zu können. Charakteristisch für Fischers Chamäleons sind der hornartige Nasenfortsatz und der schuppige Körper samt Rückenkamm. Die Lebenserwartung von Fischers Chamäleons liegt bei vier bis sechs Jahren.

Fischers Chamäleons halten: Was sollte man beachten?

Wer sich für die Fischers Chamäleon-Haltung interessiert, sollte sich kritisch fragen, ob die Haltung eines solchen Chamäleons das Richtige für ihn ist. Fischers Chamäleons gehören in die Hände von Expert/innen, die bestenfalls bereits Erfahrung mit anderen Chamäleons haben. Die Haltung von Fischers Chamäleons ist für Anfänger/innen zwar nicht ausgeschlossen, setzt aber ein umfassendes Fachwissen voraus.

Fischers Chamäleons gelten wie die meisten Chamäleons als nicht geeignet für Anfänger/innen, weil sie stressempfindlich sind. Auf Fehler in der Haltung – zum Beispiel unpassende klimatische Bedingungen – können sie mit Krankheiten oder einem früheren Tod reagieren. Die starken klimatischen Schwankungen, die für die Pflege von Fischers Chamäleons essenziell sind, sind praktisch oft schwierig umzusetzen. Außerdem gelten Fischers Chamäleons als heikel in der Ernährung und Wildfänge haben oft Parasiten.

Fischers-Chamäleon-Haltung: Einzeln, paarweise oder in Gruppen?

Weil Fischers Chamäleons strikte Einzelgänger/innen sind, sollten die Tiere alleine in einem Terrarium gehalten werden. Die Haltung eines Paares ist in einem ausreichend großen Terrarium zwar nicht vollkommen ausgeschlossen, bedeutet für die Tiere aber Stress und bietet ihnen keinen Mehrwert. Deshalb ist es ratsam, auf eine Vergesellschaftung zumindest abseits der Paarungszeit zu verzichten.

Ernährung: Was fressen Fischers Chamäleons?

In freier Wildbahn ernähren sich Fischers Chamäleons vorwiegend von verschiedenen Insekten, kleinen Vögeln und kleinen Reptilien. Zur Fütterung in der heimischen Fischers Chamäleon-Haltung eignen sich daher Insekten wie etwa Grillen, Schaben, kleine Heuschrecken, Wachsmotten und Zophobas, aber auch nestjunge Säuger. Die Größe der Futtertiere sollten Sie von der Größe Ihres Fischers Chamäleons abhängig machen. Es ist sinnvoll, Futtertiere vor dem Verfüttern mit Vitamin– und Mineralstoffpräparaten zu bestäuben, um einer Mangelernährung vorzubeugen.

Fischers Chamäleons müssen jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben. Geeignet ist eine Tropftränke oder ein Zimmerbrunnen. Ein Wassernapf scheidet hingegen aus, weil Fischers Chamäleons nicht von stehendem Wasser trinken.

Fischers Chamäleon: Terrarium & klimatische Bedingungen

Für die Haltung eines Fischers Chamäleons brauchen Sie ein passendes Terrarium. Für ein ausgewachsenes Tier sollte das Terrarium mindestens 100x80x80 Zentimeter groß sein. Für das Wohlergehen des Chamäleons ist eine gute Belüftung sehr wichtig. Deshalb sollte die Oberseite des Terrariums und am besten auch eine Seitenwand mit Gaze überzogen sein.

Der natürliche Lebensraum des Fischers Chamäleons ist durch starke Temperaturschwankungen geprägt. Das müssen Sie im Terrarium nachempfinden: Tagsüber sollte die Lufttemperatur bei 26 bis 28 Grad Celsius liegen, an einzelnen Stellen bis 35 Grad Celsius. Nachts muss es deutlich kühler sein, nämlich zwischen 14 und 18 Grad Celsius.

Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber zwischen 70 und 80 Prozent liegen, nachts bis 90 Prozent. Dafür müssen Sie regelmäßig sprühen oder eine Beregnungsanlage oder einen Vernebler verwenden. Wichtig ist darüber hinaus eine Beleuchtung mit einem UV-Strahler für zwölf bis 14 Stunden am Tag.

Die richtige Ausstattung für das Terrarium eines Fischers Chamäleons

Das Substrat für das Terrarium des Fischers-Chamäleons sollte locker und saugfähig sein. Geeignet ist zum Beispiel eine Mischung aus Sand und Torf. Falls Sie ein Weibchen haben, ist wichtig, dass der Bodengrund in ausreichender Höhe eingefüllt wird. Das Substrat sollte in diesem Fall mindestens 20 Zentimeter hoch sein, damit das Chamäleon seine Eier vergraben kann.

Bei der Ausstattung des Terrariums sind ausreichend Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten wichtig. Dazu eignet sich etwa ein Dickicht an Pflanzen wie beispielsweise Ficus benjamina, Epipremnium oder Scindapsus. Ein Sichtschutz an den Wänden kann hilfreich sein, damit die Tiere weniger leicht durch Aktivitäten in ihrer Umgebung gestresst werden. Achten Sie auch auf Klettermöglichkeiten, zum Beispiel in Form von Ästen oder Röhren aus Kork.

Fischers Chamäleon: Kosten & Kauf

Ein echtes Fischers Chamäleon zu kaufen ist meist ein schwieriges Unterfangen. Die Art wird nur sehr selten angeboten. Werden Tiere unter dieser Bezeichnung verkauft, handelt es sich in den meisten Fällen um eine andere Zweihornchamäleon-Art. Seien Sie also misstrauisch, wenn Ihnen etwa in einer Zoohandlung ein Kinyongia fischeri angeboten wird – es kann gut sein, dass die Bezeichnung falsch ist.

Eine Anlaufstelle für den Kauf eines Fischers Chamäleons sind Züchter/innen, von denen es allerdings nur wenige gibt. Die Nachzucht gestaltet sich wegen der weichschaligen Eier von Fischers Chamäleons schwierig.

Die Preise für Fischers Chamäleons sind aufgrund dieser Rarität meist entsprechend hoch. Eine Summe lässt sich hier pauschal kaum nennen, weil es stark auf den/die Anbieter/in ankommt; unter 100 Euro werden Sie aber sehr wahrscheinlich kein Fischers Chamäleon bekommen. Bedenken Sie beim Kauf von Chamäleons, dass diese durch das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES geschützt sind. In Deutschland besteht eine Meldepflicht.