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Wasseragame: – Arten, Lebensraum & Haltung

Die Wasseragame wird auch Wasserdrachen genannt, und das ist kein Zufall. Mit ihrem schuppigen Körper, dem langgezogenen Rückenkamm und ihrem langen Schwanz erinnert sie tatsächlich an die mythischen Tiere. Sie sind das altweltliche Gegenstück zum Grünen Leguan. Mit umsichtiger Pflege kann das Reptil aus Südostasien auch im heimischen Terrarium gehalten werden. In unserem Porträt erfahren Sie, wie Wasseragame aussehen, was ihren Lebensraum auszeichnet und worauf es bei der Wasseragame Haltung und dem Kauf ankommt.

Steckbrief Wasseragame

Wissenschaftlicher NamePhysignathus cocincinus
VerbreitungSüdchina bis Thailand
LebensraumStark ans Wasser gebunden, häufig im Geäst über Gewässern und am Ufer
Verhalten Tagaktiv
Größe60 -80 cm
AussehenSehen dem Grünen Leguan sehr ähnlich
LebenserwartungÜber 18 Jahre
HaltungPaarweise im großen Regenwaldterrarium mit großem Wasseranteil und viel Klettermöglichkeiten
NahrungWürmer, Insekten aber auch Gemüse und Obst
BesonderheitNachzuchten können sehr zahm werden, Wildfänge sind sehr scheu und rennen oft gegen die Scheibe

Wasseragame: Merkmale und Historie

Bei Wasseragamen, auch Wasserdrachen genannt, handelt es sich um eine Echsengattung, die zur Familie der Agamen (lateinisch Agamidae) gehört. Ihre lateinische Bezeichnung lautet Physignathus. Häufig ist von Wasseragamen die Rede, dabei gibt es tatsächlich nur noch eine einzige Art, die in diese Gattung zählt: die Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus), die auch als Asiatische Wasseragame bekannt ist.

Früher wurden bis zu vier Arten unterschieden, die inzwischen jedoch anderen Gattungen zugeordnet werden. Bei Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die anderen Arten nicht zur Gattung der Wasseragamen gehören. Das betraf die Gilberts-Wasseragame (heute Lophognathus gilberti), die Australische Wasseragame (heute Intellagama lesueurii) und die Gestreifte Wasseragame (heute Tropicagama temporalis). In der Terrarien-Haltung sind die Grüne Wasseragame und die Australische Wasseragame deutlich verbreiteter als die übrigen Arten, die einst zur Gattung Wasseragame zählten.

Lebensraum und Bedürfnisse der Wasseragame

Wasseragame
Wasseragame sehen dem Grünen Leguan zum verwechseln ähnlich.

Die Grüne Wasseragame trägt den Beinamen chinesischer Wasserdrache. Er erlaubt Rückschlüsse zu ihrem natürlichen Lebensraum, obgleich sie nicht nur in China beheimatet ist. Die Grüne Wasseragame lebt auch in anderen Ländern Südostasiens, insbesondere Thailand, Vietnam, Laos und Kambodscha. Die Australische Wasseragame stammt aus Ostaustralien und Neuguinea.

Wasseragamen leben in tropischen Regenwäldern in der Nähe von Wasser, wobei es sich um Fließgewässer ebenso wie stehende Gewässer handeln kann. Die tagaktiven Tiere verbringen ihre Zeit als Baumbewohner entweder auf Bäumen oder am Ufer, wo sie sich etwa auf Zweigen nahe der Wasseroberfläche sonnen. Bei Gefahr können die schreckhaften Tiere ins Wasser springen und möglichen Angreifern so entkommen. Wasseragamen sind entsprechend gute Schwimmer.

In ihren Herkunftsgebieten herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit von 70 bis 80 Prozent (Grüne Wasseragame) beziehungswiese 65 bis 70 Prozent (Australische Wasseragame). Nachts kann sie auch bis zu 95 Prozent betragen. Gleichzeitig liebt die Grüne Wasseragame tropisch-warmes Klima. Sie ist an Temperaturen von 25 bis 40 Grad Celsius gewöhnt, nachts können die Temperaturen auch um einige Grad abfallen.

Was bei der Wasseragame Haltung bedacht werden muss

Wer mit dem Kauf einer Wasseragame liebäugelt, sollte bereits Vorwissen in der Reptilienhaltung mitbringen. Für Anfänger/innen sind Wasseragamen nicht die beste Wahl. Wasseragamen können einzeln, in Paaren oder in kleinen Harems gehalten werden. Weil Männchen ein starkes Revierverhalten zeigen, sollten Männchen nicht in einer Gruppe zusammenleben. Zu einem Männchen können sich aber ein oder mehrere Weibchen hinzugesellen.

Es ist wichtig zu bedenken, dass die Tiere relativ groß werden können. Männchen können bis zu einem Meter messen. Dabei ist der lange Schwanz inbegriffen, der bis zu dem Zweieinhalbfachen der Kopf-Rumpf-Länge betragen kann. Weibchen sind deutlich kleiner, wobei auch sie 70 bis 80 Zentimeter lang werden können.

Die Lebenserwartung von Wasseragamen beträgt 15 bis 20 Jahre. Wie alt sie werden, hängt davon ab, wie gut sie gepflegt und ernährt werden. In freier Wildbahn essen Wasseragamen verschiedenste Nahrung; sie sind wenig wählerisch und mögen unter anderem Insekten, Muscheln und Krebse, kleine Echsen und Fische, Würmer, kleine Säugetiere und Vögel. Sie fressen auch Zweige, Obst und Gemüse. Generell sollte der Fleischanteil bei Jungtieren höher sein als bei ausgewachsenen Exemplaren.

Ernährung: Welches Futter benötigen Wasseragamen?

Für die Fütterung zuhause eignen sich geeignete Insekten wie Grillen, Heimchen, Schaben oder Heuschrecken. Sparsam können auch Mehlwürmer oder Wachsmotten verfüttert werden. Zu beliebten Obstsorten gehören Äpfel und Beeren. Ausgewachsene Tiere können auch kleine Nagetiere wie Mäuse oder auch Küken verfüttert werden. Es empfiehlt sich, die Nahrung für eine bessere Nährstoffversorgung mit einem Vitaminpräparat zu bestäuben. Neben der Fütterung, die ein- bis dreimal pro Woche erfolgen sollte, sollten die Wasseragamen immer frisches Wasser vorfinden.

Wasseragame Terrarium: Was brauchen die Tiere?

Für eine artgerechte Wasseragamen Haltung ist ein passendes Terrarium notwendig. Ideal ist ein Tropenterrarium mit einem großen Wasserteil. Die Fläche sollte möglichst großzügig berechnet werden. Ein bis zwei Tiere sollten Sie in einem Terrarium mit einer Mindestgröße von 150 x 100 x 200 Zentimetern halten. Je mehr Platz Wasseragamen haben, desto wohler fühlen sie sich. Das gilt besonders, wenn mehrere Tiere zusammenleben. Sie können sich in einem größeren Terrarium leichter aus dem Weg gehen, wodurch Konflikte vermieden werden können. Hin und wieder neigen die Tiere zur Flucht, und in diesen Fällen ist ein großes Terrarium ein Vorteil.

So sollte das Wasseragamen-Terrarium eingerichtet sein

Wasseragame lieben das Wasser und brauchen unbedingt ein großes Wasserbecken im Terrarium

Ein Wasseragamen-Terrarium sollte den Tieren einen ausreichenden Sichtschutz bieten. Dafür können einzelne Wände mit Kork oder künstlichen Felsen ausgekleidet werden. Das bietet den Wasseragamen nicht nur Blickschutz, sondern auch Klettermöglichkeiten. Die unteren Wandbereiche sollten nicht durchsichtig sein, damit die Tiere sich nicht bei Fluchtreaktionen verletzen. Dazu neigen besonders Wildfänge. Um die Tiere vor Verletzungen zu schützen, sollten sie den unteren Teil des Terrariums blickdicht mit Folie abkleben. Bauen Sie beim Einrichten des Terrarium auch genügend Rückzugsmöglichkeiten ein, etwa hinter Pflanzen, Wurzeln und dicken Ästen.

Der Wasseranteil im Wasseragamen-Terrarium sollte bei etwa 50 Prozent der Gesamtfläche liegen. Er muss ausreichend tief sein, etwa 25 Zentimeter. Die Tiere brauchen außerdem einen Sonnenplatz mit Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius. Als Substrat eignen sich etwa Rindenmulch oder Gartenerde. Der Boden sollte stets feucht, aber nicht nass sein. Im Terrarium muss es ausreichend Klettermöglichkeiten geben.

Luftfeuchtigkeit und Temperatur im Wasseragamen-Terrarium

Wasseragamen sind wechselwarme Tiere, was bedeutet, dass sie sich ihrer Umgebungstemperatur anpassen. Deshalb benötigen sie im Terrarium verschiedene Bereiche mit Temperaturgefälle, darunter Sonnenplätze und schattige Zonen.

Für eine passende Luftfeuchtigkeit können Sie eine Beregnungsanlage einsetzen oder eine Sprühflasche nutzen. Passende Pflanzen wie Bromelien, Yuccapalmen oder Ficus Benjamini tragen ebenfalls zu einem guten Klima im Terrarium bei. Die Temperatur sollte tagsüber bei 25 bis 30 Grad Celsius liegen, nachts etwas kühler. Das Wasser sollte eine Temperatur von rund 25 Grad Celsius haben.

Pro Tag sollte das Terrarium 10 bis 14 Stunden beleuchtet werden, denn um Rachitis zu verhindern, benötigen die Tiere UV Bestrahlung. Stellen Sie sicher, dass die Tiere sich nicht an den Lampen verbrennen können. Falls sie außerhalb des Terrariums befestigt werden, darf das Glas nicht UV-undurchlässig sein.

Pflege und Hygiene: Damit die Wasseragme gesund bleibt

In der Pflege von Wasseragamen ist eine gute Hygiene wichtig. Säubern Sie das Regenwaldterrarium regelmäßig, auch das Wasser. Bei Letzterem hilft ein Außenfilter, von Zeit zu Zeit muss das Wasser zudem ganz ausgetauscht werden. Entfernen Sie regelmäßig Futterreste, Kot und Häutungen, damit sich keine Bakterien ansiedeln können.

Zu den häufigeren Gesundheitsproblemen bei Wasseragamen zählen Verletzungen des Mauls, die auch mit der schreckhaften Natur der Tiere zusammenhängen. Geraten sie in Panik, können sie sich bei ihren Fluchtversuchen am Glas des Terrariums oder an Gegenständen verletzen. Auch zu Abmagerung, Knochenerweichung oder Durchfall kann es bei Wasseragamen kommen.

Wasseragame kaufen: Tipps für den Kauf

Vor dem Kauf einer Wasseragame sollten Sie sich gut überlegt haben, ob Sie dem Reptil in Ihrem Zuhause das bieten können, was es benötigt. Denken Sie in einer Mietwohnung daran, vor dem Kauf die Erlaubnis der/s Vermieters/in einzuholen.

Wasseragamen bekommen Sie bei Züchter/innen und im Zoofachhandel, mitunter können Sie auch in Auffangstationen fündig werden. Achten Sie auf eine gute Haltung und Aufzucht und scheuen Sie sich nicht, das Wissen der Verkäufer/innen auf den Prüfstand zu stellen. Betrachten sie die Tiere vor dem Kauf ausgiebig, denn so stellt man schnell fest, ob sie ein normales Verhalten zeigen. Rennen die Tiere gegen die Scheibe, kann das auf einen Wildfang hindeuten. Diese Tiere werden in der Regel nicht mehr zahm.

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