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Anolis: Arten, Lebensraum & Haltung

Anolis: Arten, Lebensraum & Haltung

Dass Anolis bei vielen Terrarienfreund/innen beliebt sind, dürfte nicht nur an ihrer faszinierenden optischen Erscheinung liegen. Die Echsen gelten auch als vergleichsweise pflegeleicht und eignen sich damit prinzipiell auch für Anfänger/innen. Bevor Sie einen oder mehrere Anolis kaufen, sollten Sie jedoch gut überlegen, ob Sie den Tieren passende Bedingungen in Ihrem Zuhause bieten können. Worauf es bei der Anolis-Haltung ankommt, erfahren Sie hier.

Anolis: Lebensraum und Arten

Anolis sind auch bekannt als Saumfingerechsen. Sie zählen zu den Leguanartigen und stammen wohl ursprünglich aus Kuba. Inzwischen sind sie in weiten Teilen der Amerikas und in der Karibik heimisch, darunter im Südosten und Süden der USA, in Teilen Mexikos, Puerto Rico, Guatemala, Honduras und Costa Rica. Die kleinen bis mittelgroßen Echsen sind überwiegend Baumbewohner, die sich bevorzugt auf Bäumen und im Unterholz aufhalten. Manche Arten leben jedoch auch am Boden.

Allein auf Kuba leben rund 50 Anolis-Arten. Insgesamt gibt es mehr als 400 Anolis-Arten. Zu den bekanntesten zählen die folgenden Arten:

  • Rotkehlanolis (Anolis carolinensis)
  • Anolis ophiolepis
  • Anolis roquet roquet
  • Ritteranolis (Anolis equestris)
  • Anolis valencienni
  • Anolis poractus

Merkmale von Anolis

Anolis haben einen grünen oder braunen Körper, oft mit Punkten oder Streifen. Zu den Besonderheiten dieser Tiere gehört es, dass sie ihre Farbe je nach Stimmungslage ändern können. Weibchen sind meist generell dunkler als Männchen. Die Tiere sind von schlanker Statur und werden meist um die 20 Zentimeter lang, wovon etwas mehr als die Hälfte auf den Schwanz entfallen. Manche Anolis-Arten sind jedoch auch deutlich größer, wie etwa der kubanische Ritteranolis, der 45 Zentimter lang werden kann.

Anolis-Männchen haben eine ausgeprägte Kehlfahne, wobei es sich um einen kleinen Luftsack am Kopf handelt, den sie aufstellen können. Er hebt sich farblich vom Rest des Körpers ab und dient der Werbung um eine Partnerin. Weibchen haben zwar auch eine Kehlfahne, bei ihnen ist sie jedoch deutlich kleiner.

Die tagaktiven Tiere sind sehr gute Kletterer. Die Haftlamellen an ihren Füßen sorgen dafür, dass sie selbst über sehr glatte Oberflächen wie Glas laufen können. Ebenso wie Chamäleons können Anolis ihre Augen unabhängig voneinander bewegen. Die Lebenserwartung der Tiere liegt im Schnitt bei vier bis acht Jahren.

Was bei der Anolis-Haltung wichtig ist

Anolis gelten als relativ anspruchslos. Wer sich gut über die Bedürfnisse der Tiere informiert, kann Anolis auch als Anfänger/in halten. So gilt etwa der Rotkehlanolis als grundsätzlich geeignet für Terraristik-Neulinge.

Vor dem Kauf eines Anolis sollten Sie sich überlegen, wie viele Tiere Sie halten möchten. Anolis haben ein stark ausgeprägtes Territorialverhalten. Das gilt besonders für Männchen. Halten Sie deshalb nie mehrere Männchen im selben Terrarium. Eine paarweise Haltung ist möglich, ebenso die Haltung einer Gruppe, die aus einem Männchen und mehreren Weibchen besteht. Für die Haltung mehrerer Weibchen kann sprechen, dass ein einzelnes Weibchen während der Paarungszeit stark vom Verhalten des Männchens gestresst werden könnte. Andererseits können im Zusammenleben mehrerer Weibchen auch Konflikte entstehen.

Damit Ihre Tiere stets gesund sind, sollten Sie bei der Hygiene penibel sein. Das Anolis-Terrarium sollte jederzeit sauber sein. Entfernen Sie Futterreste und Kot, und erneuern Sie auch das Substrat regelmäßig, damit es nicht schimmelt oder sich dort Pilze ansiedeln.

Fütterung von Anolis

Eine große Bedeutung kommt der Fütterung Ihres Anolis zu. Die meisten Arten verzehren sowohl tierische als auch pflanzliche Kost. Als Futter eignen sich insbesondere Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Schaben, Fliegen, Mehlwürmer und Wachsmotten.

Bei der Wahl von Futtertieren kommt es auf die spezifischen Bedürfnisse der Art und die Größe Ihrer Tiere an. Sie sollten Futtertiere vor der Verfütterung regelmäßig mit Mineralstoffpräparaten bestäuben, um den Nährstoffgehalt der Nahrung zu erhöhen. Zusätzlich können Sie süßes Obst und Obstbrei verfüttern. Wasser müssen Sie nicht extra bereitstellen; die Tiere nehmen über den Tau, der durch das Sprühen entsteht, genügend Feuchtigkeit auf.

Anolis halten Winterruhe. In diesem Zeitraum ist ihre Aktivität stark eingeschränkt und sie sollten nur noch sehr selten gefüttert werden. Informieren Sie sich im Vorfeld, wie Sie die Winterruhe am besten einleiten und durchführen können. Fehler können die Gesundheit Ihrer Tiere gefährden.

Anolis-Terrarium: Tipps für Größe & Einrichtung

Um Ihren Anolis ein möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen, brauchen Sie ein passendes Terrarium von ausreichender Größe. Rechnen Sie für ein Tier oder Paar mit mindestens 80x50x80 Zentimetern, wenn Sie ein Anolis-Terrarium kaufen. Je großzügiger das Terrarium ist, desto wohler werden sich Ihre Tiere führen. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl auch die spezifische Größe der Anolis-Art, für die Sie sich entschieden haben.

Ihre Anolis brauchen passende klimatische Bedingungen. Hierbei kommt es wiederum darauf an, welche Bedingungen die Tiere aus ihrer Heimat gewöhnt sind. Schaffen Sie also ein tropisches oder trockenes Klima, so, wie es dem eigentlichen Lebensraum Ihrer Anolis entspricht. Mit Wärmelampen können Sie das Anolis-Terrarium auf die passende Temperatur erhöhen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass es im Terrarium unterschiedlich temperierte Zonen gibt. So sollte es sehr warme Sonnenplätze ebenso geben wie Bereiche, in denen es etwas kühler ist.

Die richtigen klimatischen Bedingungen für Anolis schaffen

Tagsüber sollten die Temperaturen im Anolis-Terrarium bei rund 24 bis 26 Grad Celsius liegen. Nachts kann es dann etwas kälter werden, nämlich bis zu 20 Grad Celsius. Wichtig ist auch eine passende Luftfeuchtigkeit. Tagsüber sollte bei Ihren Anolis eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 70 Prozent herrschen, nachts bis zu 80 Prozent. Das erreichen Sie mit Sprühen oder einer Beregnungsanlage.

Anolis brauchen eine Beleuchtung mit UV-Strahlen. Sorgen Sie dafür, dass es zehn bis 14 Stunden am Tag hell im Anolis-Terrarium ist.

Wenn Sie das Terrarium für Ihre Anolis einrichten, sollten Sie vielseitige Klettermöglichkeiten schaffen. Wurzeln und Äste sind dafür sehr gut geeignet. Schaffen Sie außerdem Liegeflächen und Rückzugsmöglichkeiten, etwa durch etwas dichter bepflanzte Bereiche. Echte Pflanzen wie Bromelien oder Philodendron tragen zum guten Klima im Terrarium bei. Sie können auch eine Wasserstelle einrichten, was ebenfalls förderlich für die klimatischen Bedingungen ist.

Als Substrat für das Anolis-Terrarium eignen sich etwa Terrarienerde, Kokossubstrat oder eine Mischung aus Kokosfaser-Humus und Sand. Streuen Sie das Substrat etwa zehn Zentimeter hoch ein.

Was kosten Anolis und wo kann man sie kaufen?

Was ein Anolis kosten kann, hängt davon ab, für welche Art Sie sich entscheiden und wo Sie das Tier kaufen. Viele Anolis-Arten bekommen Sie ab rund 30 Euro pro Tier. Für den Kauf können Sie sich an seriöse Züchter/innen oder Auffangstationen wenden. Außerdem bekommen Sie Anolis über den Zoofachhandel und Sie können bei Kleinanzeigen-Portalen im Internet fündig werden.

Achten Sie beim Kauf von Anolis darauf, dass die Tiere einen aufgeweckten Eindruck machen und gesund aussehen. Anolis sind in Anhang B des Washingtoner Artenschutzabkommens aufgeführt, weshalb Sie beim Kauf auf Herkunftsnachweise achten sollten. Außerdem besteht eine Meldepflicht für die Tiere.