Leopardgecko: Arten, Lebensraum & Haltung

Der Leopardgecko zählt nicht nur wegen seines faszinierenden Äußeren zu den beliebtesten Reptilien in der Heimtierhaltung. Sein Ruf als relativ pflegeleichtes Anfänger/innen-Tier und die Tatsache, dass der Leopardgecko vergleichsweise zahm werden kann, tun ihr übriges. Obwohl der Leopardgecko so manchen Fehler in der Haltung verzeiht, fühlt er sich nur bei artgerechter Haltung im Terrarium wohl. Worauf es bei der Leopardgecko-Haltung ankommt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Steckbrief Leopardgecko

Wissenschaftlicher NameEublepharis macularius
VerbreitungIrak, Iran, Pakistan, Afghanistan, Nordwestindien
LebensraumHalbwüste, Steppe, Trockenwald
Verhalten Dämmerungs- und nachtaktiv
GrößeBis 27 cm
AussehenHelle Grundfarbe mit dunklen Punkten, die an ein Leopardenmuster erinnern
Lebenserwartungüber 20 Jahre
HaltungIn einem Trockenterrarium
NahrungAlle Arten von Insekten, nascht gerne an süßen Obststückchen
BesonderheitFür Anfänger geeignet, wird schnell zutraulich und sogar handzahm,
kann bei Gefahr seinen Schwanz anwerfen

Leopardgecko: Arten und Lebensraum

Der Leopardgecko (Eublepharis) ist eine Echse aus der Familie der Lidgeckos (Eublepharidae). besitzen noch bewegliche Augenlider, die beim Schlafen geschlossen werden. Diese Familie der Lidgeckos gilt als älteste Gecko-Familie und haben einfach gebaute Füße ohne Haftlamellen. Man unterscheidet fünf Leopardgecko-Arten:

  • Leopardgecko (Eublepharis macularius)
  • Ostindischer Fettschwanzgecko (Eublepharis hardwickii)
  • Iranischer Fettschwanzgecko (Eublepharis angramainyu)
  • turkmenische Augenlidgecko (Eublepharis turcmenicus)
  • Westindischer Leopardgecko (Eublepharis fuscus)

Eublepharis macularius ist dabei der bekannteste und beliebteste Vertreter der Leopardgeckos. Neben den fünf Unterarten gibt es Leopardgeckos in zahlreichen Farbvarianten und Zeichnungen. So zum Beispiel Albino, Sunglow, Tangerine, Nominat, High Yellow, Hypo, Pastel und Ghost.

Man nimmt an, dass der ursprüngliche Leopardgecko-Lebensraum Südostasien war. Heute sind die Echsen wesentlich weiter westlich vertreten, nämlich bis in die Türkei. Die Verbreitung der Reptilien hängt von ihrer Unterart ab: Eublepharis macularius bewohnt das nordwestliche Indien, Zentralpakistan und Teile Afghanistans. Eublepharis hardwickii und Eublepharis fuscus leben in Teilen Indiens. Eublepharis angramainyu ist in Nordsyrien und Teilen Iraks und Irans heimisch und Eublepharis turcmenicus ist ausschließlich im südlichen Turkmenistan anzutreffen.

Leopardgeckos bewohnen trockene und halbtrockene Steppen sowie tropische und subtropische Wüsten und Halbwüsten. Aus ihrem natürlichen Lebensraum sind die Tiere ein heißes Klima gewöhnt.

Merkmale des Leopardgeckos

Beim Leopardgecko ist der Name Programm: Die Echse ähnelt in ihrer Farbe und Zeichnung einem Leoparden. Sie hat gelblich-beige Haut mit dunklen Flecken. Die Farbe von Leopardgeckos verändert sich mit der Temperatur; wenn es wärmer ist, werden die Tiere heller. Ihre Haut ist von feinen Schuppen überzogen.

Leopardgeckos werden mit Schwanz bis zu 27 Zentimeter lang. Sie haben einen großen Kopf mit beweglichen Augenlidern, weshalb sie zur Familie der Lidgeckos zählen. Die Echsen sind in der Dämmerung aktiv und können gut klettern. Tagsüber ziehen sie sich in ein Versteck zurück. Bei Gefahr kann ein Leopardgecko seinen Schwanz abwerfen, denn er wächst innerhalb weniger Monate nach. Allerdings ist das Tier dadurch geschwächt, weil sich im Schwanz zugleich der Fettspeicher der Tiere befindet.

Leopardgecko-Haltung: Das sollten Sie beachten

Bei artgerechter Haltung kann der Leopardgecko sogar zahm werden.

Leopardgeckos sind recht einfach zu halten. Weil sie so manchen Fehler verzeihen, scheinen sie auch tauglich für Einsteiger/innen zu sein. Nichtsdestotrotz setzt eine Leopardgecko-Haltung voraus, dass Sie sich intensiv mit den Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzen und die passenden Bedingungen im heimischen Terrarium schaffen.

Leopardgeckos sind gesellige Tiere und werden am besten paarweise oder in kleinen Gruppen mit einer Weibchenüberzahl gehalten. Auch eine Haltung mit mehrerer Weibchen ohne Männchen ist möglich, allerdings kann es auch hier zu Unstimmigkeiten unter den Tieren kommen. Von einer Haltung mehrere Männchen in einem Terrarium wird abgeraten. Während der Paarungszeit können die Weibchen vermehrt Stress ausgesetzt sein, weshalb man die Tiere ggf. zeitweise trennen sollte. Besser ist von vornherein ein großzügiges Terrarium, in dem sich die Tiere notfalls aus dem Weg gehen können. Auch das kann helfen, Konflikte zu vermeiden.

Eine gute Hygiene ist wichtig für das Wohlergehen von Ihrem Leopardgecko. Sie beugen damit Krankheiten vor. Entfernen Sie Kot und Urin, Futterreste und abgestoßene Haut täglich und säubern Sie die Trinkschale des Tieres regelmäßig.

Normalerweise halten die Leopardgeckos eine Winterruhe ein. Während der Winterruhe ist die Aktivität des Leopardgeckos stark eingeschränkt und er nimmt keine Nahrung mehr auf. Informieren Sie sich darüber, wie Sie eine Winterruhe am besten umsetzen können.

Was fressen Leopardgeckos?

Wie gut es Ihrem Leopardgecko geht, hängt auch davon ab, wie Sie ihn füttern. Leopardgeckos fressen vorwiegend Insekten. Zur Fütterung eignen sich etwa Grillen, Heimchen, Heuschrecken und Schaben. Füttern Sie möglichst abwechslungsreich, um eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen. Zusätzlich empfiehlt es sich, Futtertiere mit einem speziellen Mineralstoffpräparat zu bestäuben, damit der Leopardgecko genügend Vitamine und Mineralstoffe zu sich nimmt.

Nur Jungtiere sollten täglich gefüttert werden. Bei ausgewachsenen Leopardgeckos reicht es, wenn sie alle drei bis vier Tage etwas zu Fressen bekommen. Achten Sie darauf, dass das Tier nicht verfettet, um seine Gesundheit nicht aufs Spiel zu setzen.

Welches Leopardgecko-Terrarium eignet sich?

In einem Trockenterrarium mit Kletter- und Versteckmöglichkeiten, fühlen sich Leopardgeckos sichtlich wohl.

Für die Leopardgecko-Haltung ist ein Wüstenterrarium oder Trockenterrarium gut geeignet. Ein Holzterrarium speichert dabei Wärme besonders gut, was es zu einer energetisch sinnvollen Wahl macht. Das Terrarium für Leopardgeckos sollte mindestens 120x60x60 Zentimeter groß sein. Diese Größe reicht auch für mehrere Geckos. So sind Sie vorbereitet, falls Sie erst später feststellen, dass Sie gerne weitere Leopardgeckos halten möchten. Generell freuen sich Leopardgeckos wie die meisten Tiere über möglichst viel Platz. Das gilt besonders, wenn Sie Weibchen und Männchen zusammen halten – ein größeres Leopardgecko-Terrarium kann Konflikte und Stress vorbeugen.

Im Terrarium müssen passende klimatische Bedingungen herrschen. Die Temperatur sollte tagsüber zwischen 22 und 28 Grad Celsius liegen, wobei lokale Wärmestellen ca. 38 Grad Celsius betragen sollten. Nachts sollte es mit rund 20 Grad Celsius oder Zimmertemperatur etwas kühler sein. Leopardgeckos sonnen sich gerne auf warmen Steinen. Heizmatten, Heizsteine oder Heizkabel sind deshalb sinnvoll.

Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber 40 bis 50 Prozent betragen, nachts kann es mit bis zu 70 Prozent auch feuchter sein. Tägliches Sprühen ist empfehlenswert, am besten abends. Eine UV-Beleuchtung ist für Leopardgeckos nicht zwingend notwendig; Sie sollten aber einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus sicherstellen.

Tipps für die Einrichtung des Leopardgecko-Terrariums

Die Einrichtung des Leopardgecko-Terrariums sollte möglichst naturnah sein, damit die Tiere sich wohlfühlen. Dazu gehört ein passender Untergrund, in dem die Leopardgeckos graben können. Bewährt hat sich ein Sand-Lehm-Gemisch, in dem auch Steinchen enthalten sind. Mit dieser Mischung können Sie die Landschaft im Terrarium nach Belieben gestalten und etwa Hügel und Verstecke modellieren.

Ein Leopardgecko braucht ausreichend Rückzugsmöglichkeiten. Dazu eignen sich etwa Höhlen aus Rinde. Sinnvoll ist auch die Nutzung einer Wetbox, einer kleinen Höhle mit feuchtem Klima. Eine Wetbox können Sie einfach selbst aus einer Kunststoffverpackung herstellen. Weibchen nutzen sie gerne zur Eiablage, außerdem ist sie für die Häutung hilfreich. Auch genügend Klettermöglichkeiten sind wichtig. Dazu können Sie etwa Äste oder Wurzeln nutzen. Zur Bepflanzung des Terrariums können Sie echte oder künstliche Pflanzen nutzen.

Leopardgecko: Kosten und Kauf

Vor dem Kauf eines Leopardgeckos sollten Sie sich die Anschaffung eines solchen Tieres gut überlegt haben. Leopardgeckos können bis zu 30 Jahre alt werden. Auch wenn sie in Gefangenschaft meist „nur“ 15 Jahre alt werden, sind Leopardgeckos doch nicht mit Kleintieren wie Hamstern oder Meerschweinchen zu vergleichen, die eine wesentlich kürzere Lebenserwartung haben. Können und wollen Sie so lange die Verantwortung für Ihr Tier übernehmen? Und wer kann sich um Ihren Leopardgecko kümmern, wenn Sie im Urlaub sind?

Leopardgeckos können Sie bei seriösen Züchter/innen, Auffangstationen, über Kleinanzeigen oder im Zoofachhandel kaufen. Achten Sie darauf, dass das Tier gesund aussieht und vital wirkt. Es sollte sich aus Artenschutzgründen um eine Nachzucht und nicht um einen Wildfang handeln.

Was ein Leopardgecko kosten kann, hängt davon ab, wo Sie ihn kaufen und welche Farbvariante Sie bevorzugen. Die Preise für Leopardgeckos beginnen bei rund 20 Euro, wobei seltenere Varianten auch locker mehrere Hundert Euro kosten können. Hinzu kommen Anschaffungskosten für das Leopardgecko-Terrarium und seine Einrichtung sowie laufende Kosten für Futter und Strom.

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