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Wasserschildkröte: Arten, Lebensraum & Haltung

Wasserschildkröte: Arten, Lebensraum & Haltung

Wasserschildkröten gehören zu den beliebtesten Tieren in der Terraristik. Was sollte man beachten, wenn man sich eine oder mehrere Wasserschildkröte(n) ins eigene Zuhause holen möchte? Hier finden Sie Tipps und Informationen zu verschiedenen Arten, der Haltung von Wasserschildkröten und der Auswahl eines passenden Wasserschildkröten-Terrariums.

Beliebte Wasserschildkröten-Arten

Es gibt mehrere Hundert Wasserschildkröten-Arten. Zu den beliebtesten Arten in der Terraristik gehören unter anderem diese Arten:

  • Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)
  • Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta scripta)
  • Rotwangen-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta elegans)
  • Tropfenschildkröte (Clemmys guttata)
  • Cumberland-Schmuckschildkröte (Trachemys scripta troostii)
  • Rotbauch-Spitzkopfschildkröte (Emydura subglobosa)
  • Dach-Moschusschildkröte (Sternotherus carinatus)
  • Gewöhnliche Moschusschildkröte (Sternotherus odoratus)
  • Amoina-Scharnierschildkröte (Cuora amboinensis)

Wasserschildkröte: Lebensraum und Eigenschaften

Wasserschildkröten sind überwiegend in Asien und Nordamerika heimisch. Es gibt sie jedoch auch in Europa, wie die Europäische Sumpfschildkröte beweist. Sie ist auch in Deutschland mitunter in flachen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern anzutreffen und bevorzugt Stellen, die sich rasch erwärmen.

Wasserschildkröten sind wechselwarm und passen sich der Umgebungstemperatur an. Je nachdem, woher sie stammen, leben sie in einem gemäßigten, einem warmen oder tropischen Klima.

Die verschiedenen Wasserschildkröten-Arten haben unterschiedliche Größen und Panzerfarben. Die Tiere können etwa 15, aber je nach Art auch 40 Zentimeter und mehr messen. Manche Wasserschildkröten-Arten halten eine Winterruhe, aber nicht alle. Bei guter Pflege können Wasserschildkröten – wiederum je nach Art – bis zu 70 Jahre alt werden. Daran sollten Sie denken, wenn Sie über die Anschaffung einer Wasserschildkröte nachdenken.

Was sollte man bei der Wasserschildkröten-Haltung beachten?

Wasserschildkröten üben auf viele Menschen eine Faszination aus. Für viele Menschen sind sie die ersten exotischen Mitbewohner. Aber sind sie auch für Anfänger/innen geeignet? Die Haltung von Wasserschildkröten ist nicht ganz einfach. Wenn Sie sich gründlich informiert haben und den Wasserschildkröten die richtigen Bedingungen bieten können, spricht jedoch nichts gegen die Wasserschildkröten-Haltung. Wählen Sie als Anfänger/in eine Art, die vergleichsweise unkompliziert ist – zum Beispiel die Gewöhnliche Moschusschildkröte.

Vor der Anschaffung sollten Sie sich entscheiden, ob Ihre Wasserschildkröte alleine bei Ihnen leben soll oder nicht. Die meisten Wasserschildkröten sind Einzelgänger/innen, weshalb sie problemlos alleine gehalten werden können. Manche Arten können auch vergesellschaftet werden. Dann bietet es sich an, Weibchen derselben Art zusammen zu halten. Sie vertragen sich oft am besten.

Für die Haltung einer Wasserschildkröte benötigen Sie ein geeignetes Aquaterrarium, alternativ können Sie die Tiere zumindest einen Teil des Jahres auch in einem Gartenteich ansiedeln. Dabei kommt es allerdings darauf an, ob die jeweilige Art die klimatischen Bedingungen verträgt. In jedem Fall sollten Sie dafür sorgen, dass im Lebensraum der Wasserschildkröten jederzeit hygienische Bedingungen herrschen.

Welches Futter brauchen Wasserschildkröten?

Erwachsene Tiere sollten etwa zwei Mal pro Woche gefüttert werden, Jungtiere alle zwei Tage. Anders, als viele Menschen glauben, sind Wasserschildkröten keine reinen Fleischfresser. Sie ernähren sich überwiegend pflanzlich, etwa von Wasserlinsen, Löwenzahn, Teichlebermoos oder Seerosen. Mit Insekten – etwa Mückenlarven –, Schnecken, Regenwürmern oder Garnelen können Sie den Speiseplan Ihrer Wasserschildkröten ergänzen. Welche Aufteilung sinnvoll ist, hängt von den Bedürfnissen der jeweiligen Art ab.

Manche Wasserschildkröten-Arten halten eine Winterruhe. Manche Arten machen einen Winterschlaf, in dem sie sich in Winterstarre befinden, oder ihre Aktivität ist lediglich zurückgefahren. Nach einer Winterstarre ist es wichtig, die Tiere langsam wieder an höhere Temperaturen zu gewöhnen.

Wasserschildkröte: Welches Terrarium eignet sich?

Für eine Wasserschildkröte eignet sich ein Aquaterrarium, auch Schildkrötenbecken genannt. Es vereint Elemente von Aquarien und Terrarien, denn es hat sowohl einen Wasser- als auch einen Landanteil. Bei der Frage nach der passenden Größe des Wasserschildkröten-Aquariums kommt es auf die Größe der Art an.

Die Bodenfläche sollte grundsätzlich mindestens 50 x 120 Zentimeter messen. Als Faustregel gilt: Das Wasserschildkröten-Becken sollte mindestens fünfmal so lang und zweieinhalbmal so breit wie die Panzerlänge der Tiere sein. Ab drei Tieren benötigen Sie für jede weitere Schildkröte zehn Prozent mehr Fläche, ab dem fünften Tier 20 Prozent mehr.

Wasserschildkröten halten sich überwiegend im Wasser auf. Entsprechend großzügig sollte der Wasserbereich sein. Empfehlenswert ist eine Wassertiefe von mindestens 50 Zentimetern. Außerdem benötigen Wasserschildkröten einen Landanteil, auf dem sie sich sonnen können. Wichtig ist, dass sie diesen vom Wasser aus gut erreichen können. Ein schräger Aufgang schafft Abhilfe. Der Landanteil sollte groß genug sein, dass alle Schildkröten dort gleichzeitig Platz finden können.

Welche Temperaturen sollten im Wasserschildkröten-Terrarium herrschen?

Für das Wasserschildkröten-Terrarium benötigen Sie gute Wasserfilter, eine Heizung – etwa über UV-Strahler – und die passende Beleuchtung. Achten Sie darauf, dass die Strahler UV-B-Strahlen absondern. Diese benötigen Wasserschildkröten für ihre Entwicklung.

Für viele Wasserschildkröten-Arten ist wichtig, dass sich die klimatischen Bedingungen im Wasserschildkröten-Becken im Verlauf des Jahres so ändern, wie es den Bedingungen in ihrem natürlichen Lebensraum entspricht. Eine Ausnahme stellen Tropenbewohner/innen dar, bei denen Wassertemperatur und Lichtverhältnisse im Jahresverlauf nahezu konstant bleiben können.

Die beste Wasser- und Lufttemperatur hängt wiederum von den Bedürfnissen der jeweiligen Art ab. Bei tropischen Wasserschildkröten-Arten wie Rotwangen-Klappschildkröten sollte das Wasser etwa 28 Grad Celsius warm sein, die Luft ebenfalls. Richten Sie einen Sonnenplatz für Ihre Wasserschildkröten ein, an dem es wärmer ist. Dort können je nach Art 35 bis 45 Grad Celsius herrschen.

Wasserschildkröten, die aus gemäßigten klimatischen Zonen stammen, müssen es nicht ganz so warm haben. Im Sommer kann die Wassertemperatur zwischen 25 und 27 Grad Celsius betragen, nachts können Sie die Heizung ausmachen. Die Luft kann Zimmertemperatur haben, sollte aber nicht kühler sein als das Wasser.

Wasserschildkröten-Becken einrichten

Statten Sie Ihr Wasserschildkröten-Becken außerdem mit Pflanzen und anderer passender Deko aus. Geeignet sind zum Beispiel Schwertpflanzen und Bambusstäbe. Sie können Steine und Wurzeln im Wasser verteilen und den Wasserschildkröten ein Versteck unter Wasser anlegen. Als Untergrund für das Wasserschildkröten-Terrarium eignet sich etwa Quarzsand.

Falls Sie Ihre Wasserschildkröten in der warmen Jahreszeit draußen im Gartenteich halten möchten, sollten Sie sich über die Bedürfnisse der von Ihnen gewählten Art informieren. Nicht jede Art kann im hiesigen Klima draußen gehalten werden.

Umzäunen Sie den Wasserschildkröten-Teich, um die Tiere zu schützen. Wasserschildkröten stehen unter Artenschutz. Bevor Sie Wasserschildkröten nach draußen bringen, sollten sie schon eine gewisse Größe erreicht haben, etwa eine Panzerlänge von zehn bis 15 Zentimetern. Kleinere Wasserschildkröten können Fressfeind/innen zum Opfer fallen.

Im Gartenteich sollte es verschiedene Areale geben. Tiefere Stellen sollten mindestens einen Meter tief sein, es sollte aber auch flachere Stellen geben, wo sich das Wasser stärker erwärmt.

Kosten und Anschaffung einer Wasserschildkröte

Welche Kosten beim Kauf einer Wasserschildkröte anfallen, hängt von der gewählten Art ab. Manche Wasserschildkröten-Arten sind schon für rund 30 Euro erhältlich, für andere Exemplare müssen Sie 100 Euro und mehr bezahlen. Planen Sie auch ausreichend Geld für das Wasserschildkröten-Becken und seine Ausstattung ein.

Wasserschildkröten können Sie häufig in Auffangstationen oder Tierheimen finden. Alternativ können Sie die Tiere bei Züchter/innen oder im Zoofachhandel kaufen. Achten Sie darauf, dass es sich nicht um Wildfänge handelt. Weil die Tiere unter Artenschutz stehen, kann es eine Meldepflicht geben und ein Herkunftsnachweis kann nötig sein.