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Zwerggecko: Arten, Lebensraum & Haltung

Zwerggecko: Arten, Lebensraum & Haltung

Zwerggeckos sind die Miniatur-Variante von Geckos. Während „normale“ Geckos bis zu 40 Zentimeter lang werden können, bleiben Zwerggeckos mit maximal zehn Zentimetern Körperlänge auch im ausgewachsenen Zustand deutlich kleiner. In der Heimtierhaltung gelten sie als vergleichsweise unkompliziert und sind zumeist auch für Anfänger/innen geeignet. Welche Zwerggecko-Arten gibt es? Was muss man bei der Haltung beachten? Und welches Terrarium ist das richtige? Das und mehr erfahren Sie hier.

Zwerggecko: Welche Arten gibt es?

Zwerggeckos sind Schuppenkriechtiere aus der Familie der Geckos (Lateinisch Gekkonidae). Die bekannteste Zwerggecko-Gattung ist die Gattung Lygodactylus, zu der mehr als 60 Arten gehören. In der Heimtierhaltung ist jedoch nur ein Bruchteil davon verbreitet.

Beispiele für bekannte Zwerggecko-Arten sind:

  • Himmelblauer Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi)
  • Gelbkopf-Zwerggecko (Lygodactylus picturatus)
  • Conrau’s Zwerggecko (Lygodactylus conraui)
  • Gelbkopf-Taggecko (Lygodactylus kimhowelli, auch bekannt als Gelbkopf-Haftschwanzgecko und Streifen-Zwerggecko)

Andere Zwerggecko-Gattungen sind die Gattungen Gonatodes, Sphaerodactylus und Tropiocolotes, zu denen jeweils weitere Zwerggecko-Arten zählen. Sie sind in Terrarien weniger verbreitet als ihre Verwandten aus der Gattung Lygodactylus, weshalb es in diesem Artikel schwerpunktmäßig um Letztere geht.

Merkmale von Zwerggeckos

Zwerggeckos zeichnen sich, wie der Name bereits ausdrückt, durch ihre geringe Größe aus. Sie werden je nach Art vier bis zehn Zentimeter lang, wobei Männchen größer sind als Weibchen. Der Schwanz der Tiere macht etwa die Hälfte ihrer Körperlänge aus. Männchen sind oft äußerst farbenfroh; das Farbspektrum reicht von Blau über Gelb bis zu Grüntönen, auch ein Farbverlauf ist möglich. Weibchen sind meist unauffälliger und haben häufig einen Braunton.

Typisch für Zwerggeckos sind die Haftlamellen an ihren Füßen und dem Schwanz. Mit ihnen können sie auf glatten Oberflächen laufen und finden selbst kopfüber genügend Halt. Manche Arten sind tagaktiv, andere haben nachts ihre aktive Phase. Ihre Lebenserwartung liegt bei sechs bis zehn Jahren und hängt nicht zuletzt von einer guten Pflege und Haltung ab.

Zwerggeckos sind wechselwarm, was bedeutet, dass sie ihre Körpertemperatur der Umgebungstemperatur anpassen. Bei Gefahr können sie ihren Schwanz abwerfen. Er wächst anschließend wieder nach, wird aber möglicherweise nicht mehr so lang wie vorher.

Lebensraum der Zwerggeckos

Wer überlegt, sich einen oder mehrere Zwerggeckos anzuschaffen, sollte die Bedürfnisse der Reptilien kennen. Der natürliche Lebensraum ist diesbezüglich aufschlussreich. Zwerggeckos sind überwiegend in Afrika und auf Madagaskar heimisch. Zwei Arten von Lygodactylus kommen auch in Südamerika vor.

Welcher Lebensraum typisch ist, hängt von der jeweiligen Zwerggecko-Art ab. Die meisten Arten leben bevorzugt auf Bäumen und damit regelmäßig auch in größerer Höhe. Auch Büsche und Sträucher können zum natürlichen Lebensraum von Zwerggeckos zählen, ebenso Mauern und Felsen. Wenige Arten bewohnen auch den Boden.

Zwerggecko-Haltung: Was sollte man beachten?

Zwerggeckos werden immer wieder als Anfänger/innen-Reptilien beschrieben. Tatsächlich gelten sie als vergleichsweise pflegeleicht, außerdem nehmen sie relativ wenig Platz weg. Trotzdem sollten Sie sich ausführlich über die Anforderungen an die Zwerggecko-Haltung informieren, um ihren Tieren ein möglichst gutes Leben bei sich bieten zu können.

Wie gut es Ihren Tieren geht, hängt einerseits von der Gruppe ab, in der sie leben. Sie können eine kleine Gruppe halten, in der es am besten nur ein Männchen geben sollte. Auch eine Paarhaltung von Zwerggeckos ist möglich. Mitunter zeigen die Männchen einen starken Sexualtrieb; um das Weibchen zu entlasten, kann dann ein zweites Weibchen dazugeholt werden. Es ist alternativ möglich, zwei bis drei Zwerggeckos vom selben Geschlecht zu vergesellschaften.

Das Wohlbefinden Ihrer Zwerggeckos hängt außerdem davon ab, welches Futter sie bekommen. Die Tiere benötigen Lebendfutter, um ihren Jagdtrieb zu stillen. Eine Fütterung zwei- bis dreimal pro Woche ist ausreichend, lediglich Jungtiere sollten Sie täglich füttern. Als Nahrung eignen sich kleine Insekten, etwa Heimchen, Heuschrecken, Wachsmotten und Drosophila. Es ist empfehlenswert, die Futtertiere mit einem Mineralstoffpräparat zu bestreuen, um ihren Nährstoffgehalt zu erhöhen. Zwerggeckos freuen sich auch über Obst, etwa in Form von Bananen oder Fruchtbrei.

Weiblichen Zwerggeckos reichen Sie am besten zusätzlich Sepiaschalen, um einen erhöhten Kalkbedarf zu decken, wie er insbesondere bei einer Trächtigkeit gegeben ist. Wichtig bei der Zwerggecko-Haltung ist zudem, dass Sie das Terrarium täglich kontrollieren und es stets sauber halten.

Zwerggecko-Terrarium einrichten: Tipps

Bevor ein Zwerggecko bei Ihnen einziehen kann, benötigen Sie ein passendes Terrarium. Das Zwerggecko-Terrarium sollte ausreichend groß und tendenziell höher als breit sein – schließlich klettern die Tiere gerne. Mindestens sollten Sie für einen Zwerggecko ein Terrarium mit den Maßen 50x50x80 Zentimeter kaufen, für zwei Tiere 60x60x100 Zentimeter. Über ein größeres Terrarium freuen sich die Tiere. Je mehr Tiere Sie zusammen halten möchten, desto größer muss das Zwerggecko-Terrarium sein. Für jedes weitere Tier sollten Sie 15 Prozent mehr Platz einplanen.

Die Rückwände des Terrariums können Sie mit Kork auskleiden, für den Boden eignet sich ein Sand-Erde-Gemisch, welches Sie mit etwas Eichenlaub überdecken können. Auch Blähton kann als Untergrund gewählt werden, darüber können Sie Kokosfasern geben. Damit sich beides nicht vermischt, sollten Sie eine dünne Fleece-Matte dazwischen legen. Es kann sich lohnen, Asseln oder Springschwänze im Terrarium anzusiedeln – sie halten das Terrarium sauber.

Das richtige Klima im Zwerggecko-Terrarium schaffen

Für die Einrichtung des Zwerggecko-Terrariums können Sie Korkröhren oder Bambusröhren und Äste einsetzen. Sie bieten den Geckos Versteckmöglichkeiten, dienen als Schlafplatz und zum Klettern. Pro Tier sollte es im Terrarium einen Sonnenplatz geben. Dort kann die Temperatur um die 35 Grad Celsius betragen. Tagsüber sollte es im Zwerggecko-Terrarium zwischen 25 und 32 Grad Celsius warm sein, nachts zwischen 18 und 22 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60 und 80 Prozent liegen. Nachts sollte sie höher sein als am Tag. Sprühen Sie zweimal täglich, um die Luft ausreichend zu befeuchten.

Pflanzen sehen nicht nur schön aus, sie dienen ebenfalls dem Regenwaldklima. Zwerggeckos nutzen sie außerdem zum Klettern, Schlafen und zur Eiablage. Geeignet sind etwa Sansevierien, Bromelien und Palmen. Obwohl Zwerggeckos ihren Flüssigkeitsbedarf auch aus der Feuchtigkeit im Terrarium ziehen können, sollten Sie zusätzlich eine Wasserschale bereitstellen.

Sorgen Sie außerdem für passende Lichtverhältnisse. Dazu können Sie UV-Leuchtröhren und Spots einsetzen. Weil diese Lampen sehr heiß werden können, sollten sie ausschließlich außerhalb des Zwerggecko-Terrariums angebracht werden. Die Tiere könnten sich sonst daran verbrennen.

Was kostet ein Zwerggecko und woher bekommt man ihn?

Einen Zwerggecko bekommen Sie bei einer/m verantwortungsvollen Züchter/in und im Zoofachhandel. Achten Sie darauf, nur Nachzuchten zu kaufen. Wildfänge belasten die Populationen im natürlichen Lebensraum der Tiere, außerdem sind solche Tiere von der Haltung in Gefangenschaft eher gestresst als Geckos, die in diesen Bedingungen aufgewachsen sind. Zudem ist der Handel mit manchen Arten streng verboten, wie beim beliebten Himmelblauen Zwergtaggecko. Bei dieser Art ist nur der Handel mit Nachzuchten erlaubt, und auch das setzt eine Genehmigung von der Naturschutzbehörde voraus.

Die Kosten für einen Zwerggecko hängen von der Art ab. Ein ausgewachsenes Tier kostet mehr als ein Jungtier. Sie können für einen Zwerggecko mit Kosten von 75 Euro und mehr rechnen.