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Gespenstschrecke: Lebensraum, Pflege & Haltung

Gespenstschrecke: Lebensraum, Pflege & Haltung

Sie sehen faszinierend aus und sind aufgrund ihrer perfekten Tarnung oft auf den ersten Blick kaum zu erkennen: die Rede ist von Gespenstschrecken. Unter den richtigen Bedingungen können Gespenstschrecken auch im Terrarium gehalten werden. Was Sie dabei beachten und was Sie über Gespenstschrecken wissen sollten, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Gespenstschrecken: Lebensraum & Merkmale

Gespenstschrecken (Phasmatodea) sind auch als Phasmiden bekannt, was aus dem Griechischen abgeleitet wird und „Gespenst“ bedeutet. Es handelt sich dabei um eine Ordnung von Insekten, zu denen mehrere Tausend Arten gezählt werden. Zu den Gespenstschrecken-Arten zählen unter anderem Stabschrecken, das Wandelnde Blatt und der „Wandelnde Ast“ Phobaeticus serratipes sowie Riesengespenstschrecken.

Der Gespenstschrecken-Lebensraum ist zum großen Teil auf tropische und subtropische Regionen begrenzt. Phasmiden sind überwiegend in Südasien und Südostasien heimisch. Auch in Europa kommen jedoch etwas mehr als ein Dutzend Gespenstschrecken-Arten vor, vor allem im Mittelmeerraum.

In Größe und Aussehen unterscheiden sich die verschiedenen Gespenstschrecken-Arten zum Teil stark voneinander. Die Größe von Gespenstschrecken kann zwischen wenigen Zentimetern und etwas mehr als 30 Zentimetern schwanken. Die Insekten mit der größten Körperlänge werden zu den Gespenstschrecken gezählt, darunter die Stabschrecke Pharnacia serratipes.

In der Gestalt sind Gespenstschrecken entweder langgestreckt und erinnern an einen dünnen Ast mit Verzweigungen, weisen einen gedrungenen Körperbau auf oder sehen aus wie ein Blatt – oft mit passenden braunen Flecken. Andere Arten gleichen der Baumrinde, auf der sie sitzen.

Gespenstschrecken sind Meister der Tarnung

Durch ihre oft bizarren Körperformen sind Gespenstschrecken in ihrer jeweiligen Umgebung perfekt getarnt. Dadurch sind sie in Büschen und Bäumen oft kaum auszumachen – auch, weil sie meist reglos dasitzen und sich kaum bewegen. In der Dämmerung sind sie etwas aktiver als tagsüber.

Gespenstschrecken können nicht springen. Sie bewegen sich eher langsam voran, können jedoch auch klettern und zum Teil auch fliegen. Flügel können unvollständig ausgebildet sein und sind eher bei Männchen zu finden. Vor Gefahren schützen sich Gespenstschrecken je nach Art mit Dornen am Körper oder an den Beinen. Manche Arten haben Drüsen, die ein spezielles Sekret versprühen können, wenn sich Feinde nähern.

Die Lebenserwartung von Gespenstschrecken hängt von der Art und der Pflege ab; die Insekten können zwischen mehreren Monaten und mehreren Jahren alt werden.

Gespenstschrecken-Haltung: Was sollte man dabei beachten?

Gespenstschrecken sind faszinierende Tiere – und meist schon für wenig Geld zu haben. Trotzdem sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie Gespenstschrecken halten möchten und den Insekten die passenden Bedingungen bei sich zuhause bieten können. Dabei können auch Anfänger/innen, die bisher keine Erfahrung in der Haltung von Terrarien-Tieren gemacht haben, mit dem nötigen Vorwissen viele Gespenstschrecken-Arten problemlos halten.

Als besonders anfänger/innenfreundlich gelten Stabschrecken wie die Vietnam-Stabschrecke oder auch die Australische Gespenstschrecke. Wandelnde Blätter oder Arten, die als Futterspezialisten gelten, sollten Sie dagegen lieber erfahrenen Terrarianer/innen überlassen. Auch für Kinder sind solche Arten keine gute Wahl.

In der Gespenstschrecken-Haltung können Sie ruhig mehrere Tiere zusammen halten. Gespenstschrecken gelten grundsätzlich als sehr friedlich, es kommt aber auf die Art an. Vor allem viele größere Gespenstschrecken haben Dornen an den Hinterbeinen, mit denen sie sich verteidigen und die sie in einem Kampf mit Konkurrenten einsetzen können. Die Haltung mehrerer Gespenstschrecken setzt natürlich auch ein entsprechend großes Terrarium voraus. Zum Teil ist sogar eine Vergesellschaftung mehrerer Arten mit ähnlichen Bedürfnissen möglich. Das geht am ehesten bei manchen kleineren Arten.

Was fressen Gespenstschrecken?

Gespenstschrecken sind ausnahmslos Vegetarier/innen, die sich vorwiegend von Blättern ernähren. Die wenigsten Gespenstschrecken sind Futterspezialist/innen, weshalb Sie vielen Arten verschiedenste Blätter als Futter geben können. Geeignet sind etwa Brombeer- und Himbeerblätter, Eichen- und Buchenblätter, Haselnussblätter und Blätter von Obstbäumen. Die Blätter können Sie an einem Zweig abschneiden. Für die Fütterung ist es sinnvoll, den Zweig in eine Vase ins Terrarium zu stellen. Dadurch halten sich die Blätter länger. Aber Vorsicht: Dichten Sie die Vase unbedingt ab, damit kein Tier hineinfallen und darin ertrinken kann.

Bei der Gespenstschrecken-Pflege ist eine gute Hygiene wichtig. Entfernen Sie Kot und abgestoßene Haut regelmäßig und achten Sie auf eine ausreichende Luftzirkulation, um der Bildung von Schimmel und Bakterien vorzubeugen.

Gespenstschrecken-Terrarium & Ausstattung

Wenn Sie Gespenstschrecken zuhause halten möchten, brauchen Sie ein passendes Terrarium. Grundsätzlich eignen sich Terrarien aus Glas oder Plastik für die Gespenstschrecken-Haltung. Wichtig ist eine ausreichende Luftzufuhr, um der Bildung von Schimmel und anderen Krankheitserregern vorzubeugen. Es kann sich anbieten, ein Terrarium zu wählen, bei dem ein Teil aus Gaze ist.

Welche Größe das Gespenstschrecken-Terrarium haben sollte, hängt davon ab, welche Art Sie halten möchten und wie viele Tiere im Terrarium Platz finden sollen. Für kleinere Arten und wenige Gespenstschrecken reicht im Minimalfall ein Terrarium mit den Maßen 30x30x40 Zentimeter aus. Bei größeren Arten oder mehr Tieren muss das Terrarium entsprechend größer sein.

Sie können das Terrarium mit Ästen zum Klettern oder Rindenstücken, etwa aus Kork, ausstatten. Mit der Anpflanzung von echten Pflanzen sollten Sie vorsichtig sein: Die Gespenstschrecken werden die Pflanzen als Nahrung sehen, weshalb sie unbedingt ungiftig sein sollten.

Welche klimatischen Bedingungen sind für die Haltung von Gespenstschrecken erforderlich?

Als Substrat können Sie für ein Gespenstschrecken-Terrarium zum Beispiel Sand, Kokostorf oder Terrarienhumus nehmen. Solche Bodenbeläge speichern Flüssigkeit, außerdem können weibliche Gespenstschrecken darin ihre Eier vergraben. Eine pragmatische, wenn auch weniger ansehnliche Lösung besteht darin, einfach Küchenpapier auf dem Boden des Terrariums auszulegen. Dadurch können Sie das Terrarium besonders einfach säubern.

Bei der Gespenstschrecken-Haltung ist das passende Klima wichtig. Bei der Luftfeuchtigkeit und den Temperaturen im Terrarium sollten Sie sich an den Bedingungen im natürlichen Lebensraum der jeweiligen Gespenstschrecken-Art orientieren. Es gibt Gespenstschrecken, die es gerne feucht und warm mögen, und solche, die ein warmes, aber trockenes Klima bevorzugen. Letzteres trifft etwa auf Gespenstschrecken aus dem Mittelmeerraum und aus Australien zu.

Viele Gespenstschrecken bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit, die zwischen 60 und 70 Prozent liegt. Das erreichen Sie etwa mit regelmäßigem Sprühen. Kontrollieren Sie die Werte im Terrarium mit einem Thermo- und einem Hygrometer.

Gespenstschrecke: Kosten & Kauf

Gespenstschrecken kaufen Sie am besten direkt bei einer/m seriösen Züchter/in. Die Kosten sind gering; pro Tier liegen sie meist bei nur wenigen Euro. Fündig werden können Sie auch bei Privatpersonen, die ihre Tiere über Kleinanzeigen verkaufen möchten, oder in Zoofachgeschäften. Im Zoofachhandel sind die Preise jedoch meist höher, außerdem wissen Sie oft wenig über das Alter der Tiere, was bei der relativ kurzen Lebensspanne nicht unbedeutend ist.

Wesentlich teurer als die Tiere selbst sind das Terrarium und seine Ausstattung. Die Kosten hierfür hängen davon ab, wo Sie kaufen und für welche Variante und welche Ausstattung Sie sich entscheiden.