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Kornnatter: Lebensraum, Pflege & Haltung

Kornnatter: Lebensraum, Pflege & Haltung

Kornnattern zählen wegen ihrer friedfertigen Art und ihrer überschaubaren Größe zu den beliebtesten Tieren in der Terraristik. Vor dem Kauf einer Kornnatter sollten Sie sich gut über die Bedürfnisse der Tiere informieren. Hier finden Sie Informationen und Tipps rund um die Kornnatter-Haltung.

Kornnatter: Lebensraum und Eigenschaften

Die Kornnatter (Pantherophis guttatus) ist eine Schlange aus der Familie der Nattern. Kornnattern gehören zur Gattung der Amerikanischen Kletternattern (Pantherophis) und sind in Nordamerika heimisch. Dort bewohnen sie ein riesiges Gebiet, das sich über die USA bis ins südliche Kanada erstreckt.

Aufgrund ihres großen Herkunftsgebiets sind die Tiere an verschiedene Klimazonen gewohnt. Sie leben in gemäßigten ebenso wie in subtropischen Gebieten und bewohnen Buschland, Wälder und Feuchtgebiete. Als Kulturfolger leben sie oft in unmittelbarer Nähe von menschlichen Siedlungen.

Das Farbspektrum von Kornnattern reicht von grauen über braune bis zu orangen Grundtönen. Tiere, die in südlicheren Gebieten leben, weisen oft eine intensivere Farbe auf als solche, die in gemäßigten Gebieten heimisch sind.

Kornnattern zählen zu den mittelgroßen Schlangenarten, wobei die Männchen mit einer Maximalgröße von 1,70 Metern etwas größer werden können als Weibchen, die bis zu 1,40 Meter lang werden können. Das Gewicht der Tiere kann je nach Alter und Geschlecht zwischen 200 und 800 Gramm schwanken.

Die ungiftigen Kornnattern sind nacht- beziehungsweise dämmerungsaktiv. Tagsüber liegen sie oft versteckt unter Laub oder ziehen sich in Höhlen zurück.

Kornnatter-Haltung: Worauf sollte man achten?

Wenn Sie überlegen, sich eine oder mehrere Kornnattern ins Haus zu holen, sollten Sie sich vorab überlegen, ob Sie den Tieren gute Haltungsbedingungen bieten können. Dabei sind Kornnattern grundsätzlich auch für Anfänger/innen geeignet – ein entsprechendes Fachwissen über die Bedürfnisse der Tiere vorausgesetzt. Kornnattern gelten als relativ pflegeleicht und friedfertig. Sie können allerdings bis zu 20 Jahre alt werden, weshalb Sie vor dem Kauf überlegen sollten, ob Sie sich für so lange Zeit um Ihr Tier kümmern können.

Kornnattern sind Einzelgänger und können somit problemlos alleine gehalten werden. Auch eine Gruppenhaltung mit maximal einem Männchen ist möglich, obgleich der Kontakt zu Artgenossen für die Tiere in der Regel keinen Mehrwert hat.

Das richtige Klima für Kornnattern schaffen

Kornnattern mögen es tagsüber warm bis heiß. Im Kornnatter-Terrarium sollte es deshalb zwischen 24 und 28 Grad Celsius warm sein, wobei einzelne Stellen noch heißer sein sollten. Dort kann die Temperatur auf rund 35 Grad Celsius ansteigen, zum Beispiel mithilfe eines Wärmespots. Nachts reicht Zimmertemperatur – rund 20 Grad Celsius – aus.

Das Kornnatter-Terrarium können Sie über passende Leuchtstrahler beheizen. Schalten Sie die Beleuchtung nachts aus, damit die Temperaturen abfallen. Die Luftfeuchtigkeit sollte tagsüber bei 50 bis 60 Grad liegen, nachts kann sie auch bis zu 70 Prozent betragen. Dafür sprühen Sie das Terrarium regelmäßig ein. Wenn die Kornnatter sich häutet, kann es ruhig etwas feuchter sein: Eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent erleichtert den Tieren die Häutung.

Was fressen Kornnattern?

Kornnattern ernähren sich in der Natur von kleinen Säugetieren, Amphibien, Vögeln und Reptilien. Zur Fütterung eignen sich zum Beispiel Mäuse oder Ratten, die Sie als Frostfutter kaufen oder lebendig verfüttern können. Nutzen Sie zur Fütterung eine Pinzette, damit die Futtertiere nicht Ihren menschlichen Geruch annehmen. Das könnte dazu führen, dass die Schlange das Futter nicht anrührt.

Wie oft Sie Ihre Kornnatter füttern sollten, hängt von ihrem Alter ab. Junge Tiere brauchen ein- bis zweimal in der Woche Nahrung, während bei heranwachsenden Tieren eine Fütterung alle ein bis zwei Wochen ausreicht. Bei ausgewachsenen Tieren reicht es, wenn sie ein- bis zweimal im Monat gefüttert werden.

Vor der Häutung sollten Sie Ihre Kornnatter nicht mehr füttern. Wenn ihr Körper mit der Verdauung beschäftigt wäre, hätte sie womöglich nicht mehr genügend Energie für die Häutung.

Kornnattern halten Winterruhe

Zum Handling der Kornnatter ist ein Schlangenhaken empfehlenswert. Informieren Sie sich aber vorab über den richtigen Umgang mit dem Schlangenhaken. Alternativ können Sie auch Handschuhe verwenden, wenn Sie das Tier – etwa zur Reinigung oder einem Besuch beim Tierarzt – aus dem Terrarium holen müssen.

Kornnattern halten Winterruhe, während der sie keine Nahrung benötigen. Die Dauer der Winterruhe sollten Sie von den klimatischen Bedingungen im natürlichen Lebensraum Ihrer Kornnatter abhängig machen.

Zur guten Kornnatter-Pflege ist eine regelmäßige Reinigung des Kornnatter-Terrariums unerlässlich. Ist es im Terrarium unsauber, können sich Keime und Krankheitserreger ansiedeln.

Kornnatter-Terrarium: Größe und Einrichtung

Zur Haltung einer Kornnatter brauchen Sie ein passendes Kornnatter-Terrarium. Wie groß das Terrarium (mindestens) sein sollte, hängt von der Größe Ihres Tieres und der Anzahl der Tiere im Terrarium ab. Für mittelgroße ausgewachsene Kornnattern sollten Sie mit Mindestmaßen von 120x60x120 Zentimetern rechnen. Größere Exemplare brauchen entsprechend mehr Platz.

Bei der Haltung mehrerer Tiere können Sie pro zusätzliches Tier etwa 20 Prozent mehr Fläche rechnen. Wichtig ist, dass die Kornnattern in die Höhe klettern können, da sie zu den Kletterschlangen zählen.

Als Substrat für das Kornnatter-Terrarium eignet sich eine Mischung aus Rindenmulch und Terrarienerde oder einem Sand-Lehm-Gemisch. Schaffen Sie für Ihre Kornnatter unbedingt Klettermöglichkeiten im Terrarium. Dazu eignen sich Äste oder Wurzeln. Pflanzen sind nicht unbedingt nötig, sehen aber dekorativ aus und können den Schlangen als Versteck dienen. Geeignet ist zum Beispiel Efeu. Falls Sie echte Pflanzen verwenden, achten Sie darauf, dass diese nicht zu stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind.

Rückzugsmöglichkeiten für die Kornnatter schaffen

Richten Sie Ihrer Kornnatter eine Schlangenhöhle ein, in die sie sich zurückziehen kann. Dazu eignen sich Natursteine oder Höhlen aus Kunststoff, die Sie mit Moos auskleiden können. Moos können Sie darüber hinaus auch an anderen Stellen im Kornnatter-Terrarium verwenden.

Ins Kornnatter-Terrarium gehört außerdem eine Wasserschale. Sie sollte so groß sein, dass die Kornnatter darin baden kann.

Um das Terrarium zu isolieren, können Sie Korkwände nutzen. Dadurch entweicht nicht nur weniger Wärme, die Tiere haben auch einen Sichtschutz und fühlen sich dadurch wahrscheinlich wohler. Es ist sinnvoll, die Scheiben des Terrariums abzuschließen, damit die Tiere nicht ausbüxen können.

Kosten und Anschaffung einer Kornnatter

Bevor Sie Ihre neue Kornnatter ins Haus holen, sollten Sie das Kornnatter-Terrarium eingerichtet und passend temperiert haben. Beim Kauf einer Kornnatter haben Sie verschiedene Möglichkeiten: Sie können sich an Züchter/innen oder Auffangstationen wenden. Fündig werden Sie auch im Zoofachhandel oder auf Kleinanzeigenbörsen, auf denen Privatleute ihre Tiere abgeben möchten.

Prüfen Sie vor dem Kauf, wie es um den Gesundheitszustand des Tieres bestellt ist. Die Schlange sollte aktiv sein und gesund und sauber aussehen. Achten Sie auf das Verhalten der Kornnatter: Wirkt sie agil, etwa, wenn sie herausgenommen wird?

Was eine Kornnatter für Kosten verursacht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Es kommt darauf an, wo Sie das Tier kaufen, welche Farbe es sein soll und wie alt das Tier ist. Jungtiere sind grundsätzlich günstiger als adulte Exemplare. Der Preis kann stark schwanken: Mancherorts bekommen Sie eine Kornnatter schon für rund 10 Euro, sie kann aber auch mehrere Hundert Euro kosten.