Terrarium für Agamen

Agamen brauchen ein geräumiges Terrarium, das ihren natürlichen Lebensraum nachahmt. Für eine einzelne ausgewachsene Agame sollte das Terrarium mindestens 120 x 60 x 60 cm groß sein. Bei der Haltung mehrerer Tiere muss es entsprechend größer ausfallen. Das Terrarium sollte gut belüftet sein, aber Zugluft vermeiden.

Als Material eignen sich Holzterrarien oder Kombinationen aus Holz und Glas am besten. Sie speichern die Wärme gut und bieten ausreichend Belüftung. Reine Glasterrarien sind weniger geeignet, da sie die Wärme schlecht halten.

Der Bodengrund sollte den natürlichen Lebensraum der jeweiligen Agamenart nachahmen. Für Wüstenagamen eignet sich eine Mischung aus Sand und Lehm, für tropische Arten eher Kokoshumus oder Walderde. Eine Schichtdicke von 5-10 cm ist ideal. Der Bodengrund sollte leicht feucht gehalten werden können, ohne zu verschimmeln.

Einrichtung und Gestaltung des Agamen-Terrariums

Die richtige Einrichtung ist entscheidend für das Wohlbefinden der Agamen. Sie sollte verschiedene Funktionsbereiche bieten und Klettermöglichkeiten schaffen.

Kletterstrukturen und Verstecke

Agamen sind aktive Tiere und brauchen viele Klettermöglichkeiten:

  • Dicke, stabile Äste
  • Korkröhren
  • Holzplatten als Plattformen
  • Felsaufbauten

Die Strukturen müssen stabil verankert sein und das Gewicht der Agamen tragen können. Platzieren Sie die Kletterelemente so, dass die Tiere verschiedene Höhen und Temperaturbereiche aufsuchen können.

Mehrere Versteckmöglichkeiten sind wichtig für das Sicherheitsgefühl der Agamen. Geeignet sind:

  • Höhlen aus Kork
  • Umgedrehte Blumentöpfe
  • Selbstgebaute Holzkisten

Platzieren Sie die Verstecke sowohl am Boden als auch in der Höhe.

Bepflanzen Sie das Terrarium mit robusten, ungiftigen Pflanzen. Echte Pflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit und bieten zusätzliche Versteckmöglichkeiten. Geeignet sind zum Beispiel:

  • Ficus benjamini
  • Dracaena
  • Philodendron
  • Bromelien

Achten Sie darauf, dass die Pflanzen nicht gedüngt oder mit Pestiziden behandelt sind. Töpfen Sie sie in ungiftige Erde um und schützen Sie den Wurzelbereich vor dem Ausgraben.

Beleuchtung und Wärme

Die richtige Beleuchtung und Temperatur sind entscheidend für die Gesundheit der Agamen. In der Natur sind sie an intensive Sonneneinstrahlung gewöhnt. Im Terrarium müssen wir diese Bedingungen nachahmen.

UV-Licht ist lebenswichtig für Agamen. Es ermöglicht ihnen die Bildung von Vitamin D3, das für den Kalziumstoffwechsel benötigt wird. Verwenden Sie spezielle Reptilien-UV-Lampen mit UVA- und UVB-Strahlung. Die Lampen sollten 10-12 Stunden täglich eingeschaltet sein.

Empfohlene UV-Lampen für Agamen:

  • Arcadia T5 D3+ Reptile Lamp 12%
  • Zoo Med ReptiSun 10.0 UVB
  • Exo Terra Solar Glo

Platzieren Sie die UV-Lampe so, dass die Agamen etwa 30-40 cm entfernt davon sonnen können. Achten Sie darauf, dass keine Glasscheiben oder Plastikabdeckungen zwischen Lampe und Tier sind, da diese die UV-Strahlung filtern.

Agamen brauchen einen Temperaturgradienten im Terrarium, um ihre Körpertemperatur regulieren zu können. Richten Sie verschiedene Temperaturzonen ein:

ZoneTemperatur
Sonnenplatz35-40°C
Warmzone28-32°C
Kühlere Zone24-26°C

Nachts kann die Temperatur auf 22-24°C absinken. Verwenden Sie Keramikstrahler oder Infrarot-Wärmelampen, um die nötige Wärme zu erzeugen. Spot-Lampen eignen sich gut für den Sonnenplatz.

Steuern Sie die Beleuchtung und Heizung über Thermostate und Zeitschaltuhren. So können Sie Tag-Nacht-Rhythmus und Temperaturen präzise regulieren.

Luftfeuchtigkeit und Wassermanagement

Die benötigte Luftfeuchtigkeit hängt von der jeweiligen Agamenart ab. Wüstenagamen kommen mit 30-50% gut zurecht, tropische Arten brauchen 60-80%. Kontrollieren Sie die Luftfeuchtigkeit regelmäßig mit einem Hygrometer.

Erreichen Sie die nötige Luftfeuchtigkeit durch:

  • Tägliches leichtes Besprühen des Terrariums
  • Wasserschalen zum Verdunsten
  • Automatische Beregnungsanlagen
  • Echte Pflanzen

Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann zu Hautproblemen führen. Vermeiden Sie aber Staunässe, die zu Schimmelbildung führen kann.

Bieten Sie den Agamen immer frisches Trinkwasser an. Viele Arten trinken nicht direkt aus Wasserschalen, sondern lecken Wassertropfen von Blättern oder der Terrarieneinrichtung. Regelmäßiges Besprühen des Terrariums hilft ihnen bei der Wasseraufnahme.

Reinigung und Hygiene

Eine gute Hygiene ist wichtig für die Gesundheit der Agamen. Entfernen Sie täglich Kot und Futterreste. Reinigen Sie Futter- und Wassernäpfe täglich.

Der Bodengrund sollte regelmäßig teilweise ausgetauscht werden. Eine gründliche Reinigung und Desinfektion des gesamten Terrariums sollte alle paar Monate durchgeführt werden.

„Ein gut eingerichtetes, naturnahes Terrarium ist der Schlüssel zum Wohlbefinden von Agamen“, betont Dr. Sarah Miller, Reptilienexpertin. „Besonders wichtig sind ausreichend Klettermöglichkeiten, eine korrekte UV-Versorgung und verschiedene Temperaturzonen.“

Mit der richtigen Einrichtung und Pflege können Sie Ihren Agamen ein artgerechtes Zuhause bieten, in dem sie sich wohlfühlen und ihr natürliches Verhalten ausleben können.

Quellen und Zitate

[1] https://ifashion-en.decorexpro.com/terrarium/dlya-agamy-borodatoj/
[2] https://dubiaroaches.com/blogs/lizard-care/painted-agama-care-sheet
[3] https://terrasklep.pl/en/content/29-terrarium-for-bearded-agama-pogona-vitticeps
[4] https://www.reptilesncritters.com/care-guide-red-head-agama.php
[5] https://reptilesupply.com/blogs/care-sheets/how-to-care-for-your-painted-agama
[6] https://pangovet.com/pet-breeds/reptiles/spiderman-agama/
[7] https://dubiaroaches.com/blogs/lizard-care/peter-s-rock-agama-care-sheet
[8] https://www.hugglepets.co.uk/pet-advice/agama-care-sheet/
[9] https://reptilesupply.com/blogs/care-sheets/how-to-care-for-your-peter-s-rock-agama
[10] https://paintingcare.co/painted-agama-care-sheet/

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