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Königsboa: Arten, Lebensraum & Haltung

Königsboa: Arten, Lebensraum & Haltung

Die Königsboa zählt zu den bekanntesten Würgeschlangen und zu den beliebtesten Schlangen bei der Haltung im Terrarium. Hier finden Sie Informationen und Tipps, wenn Sie überlegen, sich eine Boa constrictor anzuschaffen – von den Anforderungen der Tiere an die Haltung bis zur Einrichtung des Königsboa-Terrariums.

Königsboa: Arten und Lebensraum

Die Königsboa ist auch bekannt als Abgottschlange, Königsschlange oder unter ihrem lateinischen Namen Boa constrictor. Königsboas zählen zur Art der Boas (Boidae) und haben mehrere Unterarten. Zu den Königsboa-Arten zählen unter anderem:

  • Königsboa (Boa constrictor constrictor)
  • Kaiserboa (Boa constrictor imperator)
  • Langschwanzboa (Boa constrictor longicauda)
  • Südboa (Boa constrictor occidentalis)
  • Ortons Boa (Boa constrictor ortonii)
  • Schwarzbauchboa (Boa constrictor melanogaster)
  • Kurzschwanzboa (Boa constrictor amarali)
  • Boa constrictor mexicana
  • Boa constrictor nebulosi

Besonders beliebt für die Haltung in Terrarien sind die Boa constrictor constrictor und die Boa constrictor imperator.

Königsboas sind in Mittel- und Südamerika beheimatet. Sie sind je nach Art vom nördlichen Mexiko über Mittelamerika bis hinunter nach Argentinien verbreitet. Tropische Regenwälder, Bergwälder, Buschland und Steppen zählen zum Königsboa-Lebensraum. In der Regel leben sie nicht weit von einem Gewässer entfernt.

Charakteristika der Königsboa

Mit ihrer Größe von durchschnittlich einem bis drei Metern zählt die Königsboa zu den kleinsten Riesenschlangen. Männchen bleiben dabei kleiner als Weibchen und messen selten mehr als zwei Meter in ihrer Körperlänge. Damit sind Königsboas deutlich kleiner als die meisten Pythons und Anakondas. Je nach Größe kann eine Königsboa trotzdem bis zu 30 Kilogramm auf die Waage bringen.

Charakteristisch für Königsboas ist ihr dreieckiger Kopf. Ihr Körper kann je nach Unterart verschiedene Farbtöne aufweisen, die von cremeweiß über braun und rot bis schwarz reichen können. Die meisten Königsboa-Arten haben Sattelflecken mit einem dunklen Rand auf ihrem Rücken.

Königsboas sind Würgeschlangen. Sie haben keine Giftzähne, sondern erdrücken ihre Beute. Daher stammt auch die Bezeichnung der Boa constrictor: „constrictare“ bedeutet auf Lateinisch so viel wie „zusammenziehen“. Eine Königsboa kann auch Beutetiere fressen, die wesentlich größer sind als sie selbst.

Königsboa-Arten sind meist nur nachts und in der Dämmerung aktiv. Ansonsten bewegen sie sich kaum, sondern ziehen sich in ihren Unterschlupf zurück. Lediglich für ein Sonnenbad kommt eine Königsboa tagsüber aus ihrem Versteck hervor. Die meisten Arten sind reine Bodenbewohner.

Darauf sollten Sie bei der Königsboa-Haltung achten

Die Anschaffung einer Königsboa sollte gut durchdacht sein – schließlich können die Tiere auch in Gefangenschaft 20 bis 40 Jahre alt werden. Als geeignet für Anfänger/innen gelten sie eher nicht; Königsboas sind vergleichsweise empfindlich und neigen zu Krankheiten. Mit dem entsprechenden Wissen und einem passenden Terrarium ist eine Königsboa-Haltung jedoch möglich.

Königsboas sind Einzelgänger/innen. Die Jungtiere verlassen ihre Mutter bereits unmittelbar nach der Geburt. Sie können eine Königsboa deshalb problemlos einzeln halten, eine paarweise Haltung ist jedoch ebenfalls möglich. Für die Haltung einer Königsboa benötigen Sie einen Herkunftsnachweis.

Das richtige Klima im Königsboa-Terrarium

Bei einer Königsboa-Haltung sollten Sie die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigen. Neben einem ausreichend großen Terrarium brauchen die Schlangen auch die richtigen klimatischen Bedingungen. Tagsüber sollte die Temperatur zwischen 28 und 30 Grad Celsius liegen, nachts kann es auch etwas kühler sein.

Wichtig ist, dass Sie unterschiedlich temperierte Bereiche im Königsboa-Terrarium schaffen. Es sollte sowohl wärmere Ecken geben, an denen es bis zu 35 Grad Celsius warm sein kann, als auch kühlere Stellen mit Temperaturen zwischen 24 und 27 Grad Celsius.

Die Luftfeuchtigkeit im Königsboa-Terrarium sollte tagsüber bei 60 bis 65 Prozent, nachts bei 70 bis 80 Prozent liegen. Es sollte jedoch nicht zu feucht im Terrarium sein, weil sonst Staunässe entstehen kann. Damit es Ihrer Königsboa gut geht, sollten Sie unbedingt auf eine gute Hygiene achten. Entfernen Sie täglich Kot und mögliche Häutungsreste und wechseln Sie das Wasser.

Königsboas haben vergleichsweise häufig Milben und Erkrankungen der Atemwege. Sie reagieren außerdem empfindlich auf Zugluft und zu niedrige Temperaturen. Trotzdem muss das Königsboa-Terrarium gut belüftet sein; Lüftungsschlitze vorne und oben reichen jedoch aus. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Königsboa viel Ruhe und ausreichend Rückzugsmöglichkeiten hat.

Ernährung: Tipps für die Fütterung von Königsboas

Königsboas fressen kleine Säugetiere, Vögel und Echsen. Für die Fütterung im Terrarium eignen sich Nagetiere wie Kaninchen oder Ratten. Diese können lebendig verfüttert oder als aufgetautes Frostfutter gegeben werden. Welche Futtertiere sich am besten eignen, hängt nicht zuletzt von der Größe Ihrer Boa ab. Abhängig vom Entwicklungsstand des Tieres sollten Sie es nicht häufiger als einmal pro Woche, bei erwachsenen Tieren einmal alle zwei bis drei Wochen füttern. Nach der Fütterung brauchen Königsboas einige Tage Ruhe, um die Nahrung verdauen zu können. Das kann bis zu zehn Tage dauern.

Alle paar Wochen bis Monate häutet sich eine Königsboa. Jungtiere häuten sich noch häufiger als adulte Exemplare. Anzeichen dafür, dass die Häutung unmittelbar bevorsteht, ist eine milchige Trübung der Augen. Außerdem wird die Haut blasser. Sie können Ihrer Königsboa die Häutung erleichtern, indem Sie sie mit Wasser besprühen.

Königsboa-Terrarium: Größe und Einrichtung

Für die Haltung einer Königsboa benötigen Sie ein ausreichend großes Terrarium. Welche Größe erforderlich ist, hängt von der Größe und Zahl der gehaltenen Tiere ab. Für ausgewachsene Boas sollte das Terrarium mindestens 250x150x250 Zentimeter messen. Für ein Jungtier reicht zwar auch weniger Platz, es ist aber sinnvoll, von Anfang an ein Terrarium einzurichten, das auch später noch groß genug ist.

Ein Glasterrarium ist aus energetischer Sicht nicht die beste Wahl für die Königsboa-Haltung. Glas speichert Wärme schlecht, wodurch sich der Energieverbrauch erhöht. Besser geeignet sind deshalb Holzterrarien. Als Substrat können Sie Torf, Rindenmulch oder eine Mischung aus beidem nutzen.

Welche Ausstattung gehört ins Königsboa-Terrarium?

Neben Thermometer und Hygrometer brauchen Sie für das Königsboa-Terrarium eine passende Beleuchtung sowie Strahler als Heizung. Achten Sie darauf, dass das Tier Wärmequellen nicht erreichen kann – es könnte sich sonst daran verbrennen. Als Beleuchtung reichen einfache Leuchtröhren aus, die Sie tagsüber etwa zwölf Stunden anlassen können.

Wenn Sie Ihr Königsboa-Terrarium einrichten, sollten Sie Ihrer Schlange eine Möglichkeit schaffen, sich zurückzuziehen. Eine Königsboa freut sich außerdem über Klettermöglichkeiten und Liegebretter. Auch eine Wasserschale, in die die Boa constrictor ganz hineinpassen sollte, gehört ins Terrarium einer Königsboa. Damit Ihre Boa Ihnen nicht entwischt, ist ein Schloss an der Scheibe des Terrariums sinnvoll.

Königsboa: Kosten und Anschaffung

Vor der Anschaffung einer Königsboa sollten Sie gut überlegt haben, ob Sie einem solchen Tier gerecht werden können. Haben Sie Platz für ein ausreichend großes Terrarium? Wer kümmert sich um Ihre Königsboa, wenn Sie mal nicht da sind? Kommen Sie damit klar, gegebenenfalls lebendige Mäuse, Ratten oder Kaninchen zu verfüttern? Klären Sie auch ab, ob Sie eine Königsboa halten dürfen, wenn Sie zur Miete wohnen.

Königsboas bekommen Sie von Züchter/innen, Auffangstationen, privaten Verkäufer/innen und im Zoofachhandel. Die Königsboa-Kosten hängen von der Unterart, der Farbe und dem Alter des Tieres ab. Pro Tier können Sie mit etwa 100 bis 200 Euro rechnen, wobei seltene Arten und Farbvarianten auch noch deutlich teurer sein können.

Beim Kauf sollten Sie darauf achten, dass die Königsboa gesund aussieht. Wenn Sie bei einem/r Züchter/in kaufen, können Sie auch direkt die Aufzuchtbedingungen begutachten.