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Jemenchamäleon: Lebensraum, Pflege & Haltung

Jemenchamäleon: Lebensraum, Pflege & Haltung

Jemenchamäleons zählen zu den beliebtesten Chamäleon-Arten. Wer überlegt, sich ein Jemenchamäleon ins Haus zu holen, sollte sich vorher mit den Bedürfnissen der Tiere auseinandersetzen. Hier finden Sie Tipps für die Auswahl und Ausstattung des Jemenchamäleon-Terrariums, zur Haltung und dem Kauf der eindrucksvollen Reptilien.

Jemenchamäleon: Lebensraum und Merkmale

Chamaeleo calyptratus, wie das Jemenchamäleon in der Fachsprache heißt, zählt zur Gattung der Echten Chamäleons (Chamaeleo). Der Baum- und Strauch-Bewohner ist auf der südlichen arabischen Halbinsel heimisch. Dort leben Jemenchamäleons nicht nur, wie ihr Name nahelegt, in Jemen, sondern auch in Teilen Saudi-Arabiens.

Aus ihrer Heimat sind die Tiere ein tropisches beziehungsweise subtropisches Klima gewöhnt. Die tagaktiven Tiere sind dank ihrer Greifzehen ausgezeichnete Kletterer. Die um 360 Grad drehbaren Augen, die sich auch unabhängig voneinander bewegen lassen, helfen einem Jemenchamäleon, Beutetiere zu finden. Mit seiner langen Schleuderzunge bekommt es sie auch aus einiger Entfernung leicht zu fassen.

Optisch sind Jemenchamäleons farbenfroh. Männchen haben meist eine leuchtend grüne Farbe mit gelblichen Streifen. Dabei können sie ihre Farbe situativ verändern und sie etwa in blau, braun, schwarz, weiß oder gelb wechseln. Weibchen sind typischerweise etwas blasser. Der Farbwechsel dient nicht, wie viele Menschen glauben, der Tarnung, sondern hängt wohl mit den Gefühlen der Tiere zusammen. Haben sie Stress, verändern sie ihre Farbe. Auch die Lichtverhältnisse und die Thermoregulierung können Farbwechsel bei Chamäleons verursachen.

Jemenchamäleon-Männchen fallen durch ihren eindrucksvollen Helm auf. Weibchen haben ihn auch, er ist aber bei ihnen wesentlich kleiner. Wenn die Tiere mit etwa einem Jahr ausgewachsen sind, messen sie maximal 60 (Männchen) beziehungsweise 45 Zentimeter (Weibchen). Ein ausgewachsenes Männchen kann bis zu zwei Kilogramm auf die Waage bringen.

In ihrem natürlichen Lebensraum liegt die Lebenserwartung von Jemenchamäleons bei bis zu 15 Jahren. In Gefangenschaft ist sie deutlich verkürzt; bei guter Pflege können Jemenchamäleons acht Jahre und älter werden. Eine schlechte Haltung, Stress und zu viel Futter können die Lebenserwartung verringern.

Was bei der Jemenchamäleon-Haltung wichtig ist

Wenn Sie ein Jemenchamäleon halten möchten, sollten Sie sicherstellen, dass Sie dem Tier das bieten können, was es für ein möglichst artgerechtes Leben benötigt. Auch ein entsprechendes Fachwissen ist dafür gefragt. Jemenchamäleons gelten zwar als vergleichsweise unkompliziert, trotzdem sind sie für Anfänger/innen nicht unbedingt die beste Wahl, weil man auch vieles falsch machen kann.

Eine grundlegende Entscheidung betrifft die Zahl der Tiere, die Sie halten möchten. Am sinnvollsten ist eine Einzelhaltung. Jemenchamäleons sind sehr territorial, besonders Männchen würden sich untereinander nicht verstehen. Eine paarweise Haltung oder die Haltung zweier Weibchen ist nicht ausgeschlossen, aber auch hier kann es zu Konflikten kommen. Für Jemenchamäleons bedeutet der bloße Anblick eines Artgenossen Stress, weshalb Sie sich gut überlegen sollten, ob Sie nicht lieber nur ein Exemplar halten möchten.

Wie gut es Ihrem Jemenchamäleon geht, hängt maßgeblich von den klimatischen und hygienischen Bedingungen im Jemenchamäleon-Terrarium, aber auch der Fütterung ab. Beim Futter gilt: Jemenchamäleons bevorzugen tierische Kost. Sie fressen Insekten wie Grillen, Heuschrecken, Heimchen, Schaben oder Mehlwürmer. Ergänzt werden kann das Futter durch pflanzliche Beigaben wie Löwenzahn, Sukkulenten oder Gurken.

Jemenchamäleon-Pflege: Nährstoffmangel und Verfettung als Gesundheitsrisiko

Eine abwechslungsreiche Fütterung beugt einem Nährstoffmangel vor. Trotzdem sollten Sie das Lebendfutter vor der Fütterung mit einem Nährstoffpräparat bestäuben. Ausgewachsene Tiere sollten Sie nicht jeden Tag, sondern nur noch alle paar Tage füttern. Das beugt einer Verfettung vor, die eine Organverfettung nach sich ziehen kann.

Halten Sie das Terrarium sauber, damit Bakterien und Keime keine Chance haben. Wenn Sie ein Weibchen halten, sollten Sie zudem bedenken, dass die Gefahr einer Legenot besteht. Es kann legereife Eier dann nicht ablegen und daran sterben. Findet das Jemenchamäleon keinen geeigneten Platz zur Eiablage, hat es Stress oder einen Nährstoffmangel, kann es zu einer Legenot kommen.

Im Winter halten Chamäleons Winterruhe. Sie müssen ein Jemenchamäleon nicht an einem anderen Ort unterbringen, sollten die Temperatur im Jemenchamäleon-Terrarium aber verringern. Tagsüber kann es bis zu 20 Grad Celsius warm sein, nachts sollten die Temperaturen auf zwölf bis 16 Grad Celsius fallen. Auch die Fütterung sollten Sie während der Winterruhe reduzieren.

Jemenchamäleon: Welches Terrarium eignet sich?

Für Ihr Jemenchamäleon benötigen Sie ein ausreichend großes Terrarium. Die Mindestmaße für ein Tier sollten bei 100x75x150 Zentimetern liegen, besser größer – also eher 200x100x150 Zentimeter und aufwärts. Richten Sie das Jemenchamäleon-Terrarium in die Höhe aus und bieten Sie Ihrem Tier abwechslungsreiche Klettermöglichkeiten. Dazu können Sie Äste, Zweige und Wurzeln nutzen. Solche Gegenstände dienen einem Jemenchamäleon auch als Verstecke.

Pflanzen sehen nicht nur hübsch aus, sie tragen auch zu einem guten Klima im Jemenchamäleon-Terrarium bei. Geeignet sind zum Beispiel Bromelien, Farne oder Sukkulenten. Als Bodensubstrat eignet sich ein Erde-Sand-Gemisch, welches vor allem bei Weibchen eine ausreichende Höhe haben muss. Damit Jemenchamäleon-Weibchen ihre Eier ablegen können, sollte das Substrat mindestens 20 Zentimeter hoch eingefüllt werden.

Um das Terrarium passend zu temperieren, benötigen Sie eine oder mehrere Wärmelampen mit UV-Licht. Tagsüber sollte die Temperatur in den wärmeren Monaten bei 25 bis 30 Grad Celsius liegen, nachts kühlen Sie das Terrarium auf bis zu 20 Grad Celsius runter. An Sonnenplätzen – etwa breite Steine – sollte die Temperatur auf bis zu 40 Grad Celsius erhöht sein.

Das Jemenchamäleon-Terrarium muss gut belüftet sein

Achten Sie darauf, dass Wärmelampen sich außer Reichweite der Tiere befinden. Sie können sich sonst schwere Verbrennungen zuziehen. Wichtig ist auch die richtige Beleuchtungsdauer. Im Sommer sollte das Terrarium zwölf bis 14 Stunden beleuchtet werden, im Winter reichen acht bis zehn Stunden.

Jemenchamäleons brauchen eine hohe Frischluftzufuhr, weshalb der Belüftung des Terrariums eine große Bedeutung zukommt. Gazeterrarien eignen sich aus diesem Grund prinzipiell gut zur Jemenchamäleon-Haltung. Die Luftfeuchtigkeit im Jemenchamäleon-Terrarium sollte bei 60 bis 80 Prozent liegen. Wenn Sie keine Beregnungsanlage haben, sollten Sie zweimal täglich sprühen.

Jemenchamäleons reagieren empfindlich auf Stress, etwa durch Außenreize. Aus diesem Grund sollten Sie nicht alle Seiten des Terrariums offen für Blicke halten. Das könnte die Tiere stressen – vor allem, wenn bei Ihnen viel los ist oder Sie andere Haustiere wie Katzen oder Hunde haben. Am besten ist es, wenn das Jemenchamäleon-Terrarium nur von einer Seite offen ist. Die übrigen Rückwände können Sie mit einem Sichtschutz aus Kork verkleiden.

Jemenchamäleon: Kosten und Anschaffung

Ein Jemenchamäleon können Sie bei einer/m verantwortungsvollen Züchter/in, im Zoofachhandel oder bei Auffangstationen erwerben. Achten Sie darauf, dass das Tier nicht zu jung ist. Eine Abgabe vor dem zweiten bis dritten Lebensmonat ist nicht empfehlenswert. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Jemenchamäleon einen gesunden, aufgeweckten Eindruck auf Sie macht. Es sollte aktiv, aufmerksam und sauber sein.

Achten Sie darauf, keine Wildfänge zu kaufen, sondern eine Nachzucht. Jemenchamäleons sind durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt, ihre Haltung ist meldepflichtig. Nach der Artenschutzverordnung der Europäischen Union brauchen Sie außerdem einen Herkunftsnachweis.

Was ein Jemenchamäleon kostet, ist variabel und hängt davon ab, wo Sie es kaufen. Rechnen Sie mit 30 bis 350 Euro pro Exemplar. Jungtiere sind prinzipiell günstiger als ausgewachsene Tiere. Zu den Anschaffungskosten kommen die Kosten für das Terrarium, die Einrichtung des Terrariums und Futter hinzu. Bedenken Sie auch, dass Ihre Stromkosten steigen werden. Hierbei können Sie mit 50 bis 100 Euro pro Monat rechnen.