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Iberische Landschildkröte

Die Iberische Landschildkröte (Testudo graeca ibera) ist eine beliebte Schildkrötenart, die vor allem in Europa heimisch ist. Sie gehört zur Familie der Landschildkröten und ist eine der insgesamt elf Unterarten der Griechischen Landschildkröte. Die Iberische Landschildkröte zeichnet sich durch ihre robuste Natur und ihr freundliches Wesen aus, weshalb sie bei Terraristik-Enthusiasten sehr beliebt ist. Sie ist sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Halter geeignet. Ihr markantes Aussehen und ihre Fähigkeit, ein hohes Alter zu erreichen, machen sie zu einer faszinierenden Art.

Die Iberische Landschildkröte ist in Spanien, Portugal und Nordafrika heimisch und bevorzugt trockene und steinige Gebiete mit Buschwerk, in denen sie genügend Nahrung und Verstecke finden kann. Die Art ist auch in vielen Ländern Europas und in den USA als Haustier beliebt. Allerdings sind in einigen Ländern wie Deutschland bestimmte Haltungsvorschriften zu beachten.

In diesem Artikel werden wir uns mit den verschiedenen Aspekten der Iberischen Landschildkröte befassen, darunter ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre Fortpflanzung und ihre Haltung. Wir werden Ihnen alles Wissenswerte über diese faszinierende Art vermitteln, damit Sie eine fundierte Entscheidung darüber treffen können, ob die Iberische Landschildkröte das richtige Haustier für Sie ist.

Fakten zum Iberische Landschildkröte

  • Klasse: Reptilien
  • Ordnung: Schildkröten
  • Familie: Landschildkröten
  • Gattung: Testudo
  • Art: Iberische Landschildkröte (Testudo graeca ibera)
  • Verbreitung: Südwesteuropa (Iberische Halbinsel)
  • Lebensraum: trockene und offene Landschaften wie Halbwüsten, Steppen und mediterrane Wälder
  • Körpergröße: bis zu 30 cm
  • Gewicht: bis zu 1,5 kg
  • Soziales Verhalten: Einzelgängerisch
  • Fortpflanzung: Paarung im Frühjahr, Eiablage im Sommer, Gelegegröße 2-10 Eier
  • Haltung: Bedarf an viel Platz, geeignetes Freigehege mit Frühbeet und Versteckmöglichkeiten muss vorhanden sein, Bodengrund und Sonnenplätze sollten angeboten werden, spezielle Wärmelampen und UV-Beleuchtung sind notwendig, abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichem Futter erforderlich, Halter sollten über Erfahrung im Umgang mit Schildkröten verfügen.

Äußerliche Merkmale des Iberische Landschildkröte

Die Iberische Landschildkröte ist eine mittelgroße Landschildkrötenart mit einem auffälligen Aussehen. Sie hat einen abgeflachten und ovalen Panzer, der in der Regel dunkelbraun oder schwarz gefärbt ist und mit gelben oder weißen Flecken übersät sein kann. Der Carapax (Rückenpanzer) weist meist fünf Längskiele auf. Der Plastron (Bauchpanzer) ist gelblich bis schwarz gefärbt und weist ebenfalls eine charakteristische Zeichnung auf. Der Kopf ist relativ groß und breit, mit einer spitzen Schnauze und auffälligen gelben bis orangefarbenen Augen. Die Extremitäten sind kräftig und mit krallenbewehrten Füßen versehen. Auffällig sind auch die großen Schuppen an den Beinen und die lange Schwanzspitze. Die Geschlechter sind äußerlich nur schwer zu unterscheiden, wobei die Männchen meist eine längere Schwanzspitze und eine konkavere Bauchpanzerform aufweisen. Insgesamt wirkt die Iberische Landschildkröte durch ihr buntes und kontrastreiches Erscheinungsbild sehr attraktiv.

Lebensraum und Herkunft

Die Landschildkröte ist eine Unterart der Griechischen Landschildkröte und stammt ursprünglich aus dem Südwesten Europas, insbesondere aus der iberischen Halbinsel, dem nordwestlichen Afrika und Teilen des Mittleren Ostens. Diese Schildkrötenart bewohnt ein breites Spektrum an Lebensräumen, darunter trockene Steppen, Wiesen, Busch- und Waldgebiete sowie Gebirgszüge. Sie bevorzugt offene, sonnenexponierte Flächen mit spärlicher Vegetation, die ihr ausreichend Möglichkeiten zur thermoregulatorischen Verhaltensweise bieten. In vielen Regionen ihres natürlichen Verbreitungsgebiets sind Iberische Landschildkröten jedoch aufgrund von Habitatverlust und illegaler Sammlung vom Aussterben bedroht.

Sozialverhalten Iberische Landschildkröte

Die Iberische Landschildkröte ist ein Einzelgänger, der in der Regel nicht in Gruppen lebt. In der Paarungszeit können die Männchen jedoch territorial und aggressiv gegenüber anderen Männchen werden. Sie sind am aktivsten während der Tageszeit und halten sich während der Nacht in ihren Verstecken auf. Die Schildkröten sind in der Lage, die Körpertemperatur zu regulieren, indem sie sich sonnen oder in den Schatten gehen.

Aufgrund ihrer ruhigen Natur und ihres friedlichen Verhaltens eignen sie sich gut für die Haltung in Gärten oder Freigehegen, in denen sie ausreichend Platz haben, um herumzuwandern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass sie keine Gesellschaft von anderen Schildkröten benötigen und sich möglicherweise gestresst fühlen, wenn sie mit anderen Tieren in einem zu engen Raum gehalten werden.

Fortpflanzung und Brutpflege

Die Iberische Landschildkröte ist eine ovipare Art, die in der Regel im Frühling oder Sommer brütet. Die Paarungszeit beginnt normalerweise im Frühling, wenn die Schildkröten aus der Winterruhe erwachen. Während dieser Zeit suchen die Männchen aktiv nach Weibchen und zeigen ihr Interesse, indem sie um sie herumlaufen und ihre Hälse schwingen. Wenn ein Männchen ein Weibchen gefunden hat, versucht es, auf sie zu klettern und seine Vorderbeine um sie herumzuschlingen. Die Paarung kann mehrere Stunden dauern.

Nach der Paarung suchen die Weibchen geeignete Orte für ihre Nistplätze, die oft in sonnigen Gebieten liegen. Das Weibchen gräbt eine flache Grube in den Boden, in die es 1-9 Eier legt. Die Eier haben eine Inkubationszeit von etwa 70-100 Tagen und das Geschlecht des Nachwuchses hängt von der Temperatur ab, bei der die Eier inkubiert werden. Wenn die Temperatur höher ist, schlüpfen mehr Weibchen aus den Eiern, während bei niedrigeren Temperaturen mehr Männchen schlüpfen.

Während der Inkubationszeit und bis zum Schlüpfen der Jungen kümmern sich die Weibchen nicht mehr um ihre Eier und verlassen den Nistplatz. Die Jungen sind bei der Geburt vollständig entwickelt und können sich sofort von ihrer Dotterreserve ernähren.

Haltung von Iberische Landschildkröte und Eignung für die Terraristik

Die Haltung von Iberischen Landschildkröten in Terrarien erfordert besondere Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Es ist wichtig, dass das Terrarium genügend Platz bietet und entsprechend eingerichtet ist, damit sich die Tiere wohl fühlen und gesund bleiben können.

Das Terrarium sollte mindestens eine Größe von 120 x 60 x 40 cm haben, um den Bewegungsbedürfnissen der Tiere gerecht zu werden. Es ist auch wichtig, eine geeignete Bodengrund zu wählen, wie z.B. Erde-Sand-Gemisch oder Holzspäne, welcher den Bedürfnissen der Schildkröte entspricht. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein geeignetes Klima sind ebenfalls notwendig, um das Wohlbefinden der Tiere zu gewährleisten.

Spezielle Wärmelampen und UV-Beleuchtung sind unbedingt erforderlich, um die notwendige Wärme und das Licht bereitzustellen, die die Iberischen Landschildkröten benötigen. Die Tiere sollten auch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln erhalten. Es ist wichtig, dass Halter über Kenntnisse in der Haltung von Landschildkröten verfügen und die Bedürfnisse dieser Tiere verstehen, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu gewährleisten.