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Axolotl: Arten, Lebensraum & Haltung

Axolotl: Arten, Lebensraum & Haltung

In seinem natürlichen Lebensraum ist der Axolotl vom Aussterben bedroht, in Aquarien findet er sich hingegen vergleichsweise häufig. Welche Eigenschaften haben Axolotl und welchen Lebensraum benötigen sie? Worauf kommt es bei der Haltung von Axolotl an? Hier finden Sie nützliche Tipps und wichtige Informationen, wenn Sie Axolotl zuhause halten möchten.

Axolotl-Arten: Merkmale des Axolotls

Der Axolotl (lateinisch Ambystoma mexicanum) ist ein Schwanzlurch, der zur Familie der Amphibien gehört. Er zählt zur Gattung der Eigentlichen Querzahnmolche und ist eine der ältesten Amphibienarten, die es gibt. Sein Name stammt von den Azteken ab, die in ihm eine Reinkarnation des Feuergottes Xolotl sahen. Übersetzt bedeutet Axolotl so viel wie Wassermonster.

Auch, wenn es Axolotl in verschiedenen Farben gibt, handelt es sich dabei nicht um mehrere Axolotl-Arten, sondern nur um unterschiedliche Ausprägungen beziehungsweise Züchtungen. Der Axolotl ist in der freien Natur meist bräunlich oder grau und gefleckt. Im Zoofachhandel sind hingegen überwiegend weiße Albino-Axolotl erhältlich, bei denen die Kiemen rosa hervorstechen.

Der Axolotl ähnelt optisch einem großen Molch; er hat ein großes Maul und einen breiten, flachen Schwanz. Dass er wie eine Kaulquappe aussieht, hat einen simplen Grund: Er bleibt im Normalfall sein Leben lang im Larvenstadium. Das ist unter dem Fachbegriff Neotonie bekannt und liegt daran, dass dem Axolotl normalerweise die nötigen Hormone für eine Metamorphose fehlen. Würde er diese in ausreichendem Maß produzieren – zum Beispiel, weil eine hohe Wassertemperatur auf einen austrocknenden See und damit Lebensgefahr hinweist –, verlöre er seine Kiemen und würde zum Landtier.

Ein Tier mit erstaunlichen Fähigkeiten

Das kommt jedoch nur selten vor. In seinem typischen Stadium ist der Axolotl aquatil, lebt also im Wasser. Axolotl werden zwischen 20 und 30 Zentimeter lang. Männchen sind etwas größer als Weibchen und haben auch einen größeren Kopf und Schwanz als diese. Die Lebenserwartung liegt bei 10 bis 15 Jahren, Axolotl können aber auch 20 Jahre und älter werden. Sie sind überwiegend nachtaktiv.

Dass Axolotl schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts in künstlicher Umgebung gehalten werden, hängt auch mit dem großen wissenschaftlichen Interesse an den Tieren zusammen. Sie können Körperteile und sogar Organe neu bilden, wenn diese abgetrennt werden. Dabei bleiben keine Narben oder Funktionsbeeinträchtigungen zurück. So können Axolotl etwa das Herz, Augen oder Teile des Gehirns neu bilden – eine Fähigkeit, von der sich Forscher Erkenntnisse für die Heilung von Menschen erhoffen.

Axolotl: Lebensraum und Ernährung

Axolotl sind in Mexiko beheimatet. Sie kommen in freier Wildbahn ausschließlich in Seen und Feuchtgebieten südlich von Mexico-City vor. Besonders im See Xochimilco sind sie heimisch, auch wenn sich ihre Zahl dort in den vergangenen Jahrzehnten stark verringert hat. Das liegt vor allem an einer schlechteren Wasserqualität wegen Verschmutzung, Müll und Pestiziden. Zu schaffen gemacht hat ihnen auch die große Zahl an Karpfen und Tilapias, die in den 1970er Jahren dort ausgesetzt wurden. Sie konkurrieren mit ihnen um die Nahrung, außerdem fressen diese Fische den Laich der Axolotl.

Axolotl leben in Süßwasser und halten sich bevorzugt auf dem Grund von Seen auf. Dort ernähren sie sich von Wirbellosen und anderen kleinen Tieren. Sie sind Allesfresser, die im heimischen Axolotl-Becken unter anderem mit Insektenlarven, Krebsen, Garnelen, Schnecken, kleinen Fröschen und Fischen, Regenwürmern, Mehlwürmern und Fliegen gefüttert werden können. Eine Fütterung ist bei ausgewachsenen Exemplaren alle zwei bis drei Tage ausreichend; Jungtiere im Wachstum sollten jedoch täglich gefüttert werden.

Axolotl-Haltung: Das sollten Sie dabei beachten

In der Haltung sind Axolotl vergleichsweise anspruchslos, weshalb sie grundsätzlich mit entsprechendem Wissen auch für Anfänger/innen geeignet sind. Bei der Axolotl-Haltung stellt sich zunächst die Frage, wie viele Exemplare zusammenleben sollen. Ideal ist eine Einzelhaltung, da Axolotl Einzelgänger sind. Bei mehreren Tieren kommt es noch mehr als sonst darauf an, dass die Tiere genügend Platz haben. Außerdem sollten die Axolotl nie zu lange hungrig sein – sie könnten sonst das andere Tier essen. Deshalb sollten Artgenossen auch immer eine ähnliche Größe haben.

Oft kommt die Frage auf, ob eine Axolotl-Haltung mit Fischen eine gute Idee ist. Davon ist abzuraten. Die Fische würden als potenzielle Futtertiere womöglich gefressen, außerdem können sie die Kiemenäste der Axolotl anknabbern. Größere Fische können dem Axolotl auch ihrerseits gefährlich werden.

Mit guter Hygiene Krankheiten vorbeugen

Im heimischen Axolotl-Becken sollten Sie den natürlichen Axolotl-Lebensraum reproduzieren. Dabei sollte es nicht zu hell sein, da die Tiere erst in der Dämmerung richtig aktiv werden. Bei der Axolotl-Haltung kommt es auf eine gute Hygiene an. Machen Sie das Axolotl-Becken regelmäßig sauber, um Bakterien und Krankheitserreger keine Chance zu bieten. Das Wasser sollte mit einem Filter gereinigt und von Zeit zu Zeit ganz ausgetauscht werden.

Gibt es bestimmte Krankheiten, die Axolotl betreffen können? Bei guter Pflege und wenig Stress sind die Tiere nicht anfällig für Krankheiten. Am ehesten treten Hautkrankheiten auf, etwa Pilze, die sich als weiße Flecken auf der Axolotl-Haut bemerkbar machen können. Eine weitere Krankheit ist die sogenannte Axolotl-Pest, die von Bakterien verursacht wird. Sie kann tödlich sein und erfordert eine schnelle Behandlung. Generell sollten Sie darauf achten, wie sich Ihr Axolotl verhält. Möchte er nichts fressen oder wirkt er apathisch, deutet das auf Probleme hin.

Axolotl-Becken einrichten: Darauf kommt es an

Wie wohl sich Ihr künftiger Mitbewohner bei Ihnen fühlen wird, hängt davon ab, welchen Lebensraum Sie ihm bieten. Entscheidend ist die Wahl eines passenden Axolotl-Beckens. Es muss ausreichend groß sein. Je nach Anzahl der Tiere sollte es etwa 80 bis 100 Zentimeter mal 40 bis 50 Zentimeter messen. Eine große Grundfläche ist wichtig. Die Füllmenge des Aquariums sollte bei einem Tier bei etwa 100, bei zwei Tieren bei etwa 200 Litern liegen. Ein Landteil ist nicht erforderlich.

Für das Wohlbefinden der Axolotl ist die richtige Wassertemperatur wichtig. Sie sollte bei 17 bis 18 Grad Celsius liegen. Wird ihnen zu warm, können die Axolotl krank werden. Das Wasser sollte keinesfalls wärmer als 24 Grad Celsius sein. Kältere Temperaturen bis knapp über 0 Grad Celsius sind für die Tiere kein Problem. Der pH-Wert des Wassers sollte bei etwa 7 bis 8 liegen. Zu weiches Wasser ist nicht geeignet für die Axolotl-Haltung. Sie benötigen für das Axolotl-Becken einen Wasserfilter, gegebenenfalls auch eine Sauerstoff-Pumpe. Ein Außenfilter bietet sich ebenso an wie ein Hamburger Mattenfilter.

Für den Untergrund des Axolotl-Beckens eignen sich Kies, Sand oder spezieller Axolotl-Gravel. Achten Sie darauf, dass keine zu großen Steine im Axolotl-Becken sind. Sie könnten verschluckt werden und einen lebensgefährlichen Darmverschluss verursachen. Kiesel und Steinchen sollten deshalb höchstens drei Millimeter groß sein. Auf dem Boden können Sie Steine und Wurzeln, aber auch Pflanzen ansiedeln, die den Tieren Rückzugsmöglichkeiten bieten. Geeignet sind robuste Sorten wie Moos, Wasserlinsen oder Javafarn.

Axolotl kaufen: Tipps für den Axolotl-Kauf

Die in Deutschland erhältlichen Axolotl sind in aller Regel Nachzuchten. Wildfänge sollten Sie niemals kaufen, denn Axolotl stehen unter Artenschutz. Axolotl bekommen Sie bei Züchter/innen und im Zoofachhandel, gegebenenfalls auch aus zweiter Hand. Achten Sie beim Kauf darauf, wie sauber das Axolotl-Becken ist, ob die Tiere gesund aussehen und wie kenntnisreich die Verkäufer/innen sind.

Wie sieht es mit den Axolotl-Kosten aus? Das hängt vom Entwicklungsstand ab. Meist liegen die Kosten bei 10 bis 40 Euro pro Tier. Deutlich teurer sind die Kosten für das Axolotl-Becken, Einrichtung und nötiges Zubehör.