Warane sind Echsen der Gattung Varanus, die mit ihrer langen, gespaltenen Zunge Beute wittern und in Afrika, Asien und Australien leben. Die Reptile Database führt im September 2026 genau 93 Arten. Der kleinste Waran wird 23 Zentimeter lang, der Komodowaran als größter bis zu drei Meter. Kleine Arten wie der Stachelschwanzwaran werden höchstens 70 Zentimeter lang.
Warane bilden innerhalb der Echsen die Familie der Warane (Varanidae) mit der einzigen heute lebenden Gattung Varanus. Diese Reptilien sind bekannt für ihre teils beeindruckende Größe, ihre Lernfähigkeit und ihre weite Verbreitung. Frühere Übersichten nannten etwa 80 Arten, seitdem sind weitere beschrieben worden, etwa 2014 der winzige Varanus sparnus. Die Warane zeigen dabei eine große Vielfalt in Größe, Verhalten und Lebensraum.
Warane messen zwischen 23 Zentimetern und drei Metern
Der kleinste bekannte Waran ist Varanus sparnus von der Dampier-Halbinsel im Nordwesten Australiens. Das Westaustralische Museum beschrieb die Art 2014, sie wird höchstens 23 Zentimeter lang und wiegt rund 16 Gramm. Am anderen Ende steht der Komodowaran mit bis zu drei Metern Länge und mehr als 70 Kilogramm Gewicht.
| Art | Größe | Verbreitung | CITES-Anhang |
|---|---|---|---|
| Varanus sparnus | bis 23 cm, rund 16 g | Dampier-Halbinsel, Westaustralien | II |
| Timorwaran (Varanus timorensis) | etwa 60 cm | Timor, Sawu und Semau | II |
| Stachelschwanzwaran (Varanus acanthurus) | bis 70 cm | Nord- und Nordostaustralien | II |
| Weißkehlwaran oder Kapwaran (Varanus albigularis) | 1 bis 1,5 m | Süd- und Ostafrika | II |
| Bengalenwaran (Varanus bengalensis) | Männchen im Schnitt 1,5 m, in Myanmar bis 2,4 m | Iran bis Java | I |
| Buntwaran (Varanus varius) | bis 2 m, bis 14 kg | Ostaustralien | II |
| Komodowaran (Varanus komodoensis) | bis 3 m, über 70 kg | Komodo, Rinca, Flores und kleinere Inseln | I |
Der Komodowaran (Varanus komodoensis), der größte lebende Waran, kann bis zu drei Meter lang werden und mehr als 70 Kilogramm wiegen. Diese Riesen unter den Reptilien leben auf den indonesischen Inseln Komodo, Rinca, Flores und einigen kleineren Inseln. Komodowarane sind Spitzenprädatoren, also Jäger an der Spitze der Nahrungskette, und erbeuten große Tiere wie Hirsche und Wildschweine.
Wo leben Warane?
Warane leben in Afrika, in Süd- und Südostasien bis nach Indonesien und Neuguinea sowie in Australien. In Australien, wo Warane Goannas heißen, leben nach Angaben der Australian Wildlife Conservancy 34 anerkannte Arten. Die Lebensräume reichen von Wüsten und Savannen über Mangroven bis in tropische Regenwälder, und einige Arten wie der Bindenwaran sind an Gewässer gebunden.
Eine weit verbreitete afrikanische Art ist der Nilwaran (Varanus niloticus). Nilwarane sind ausgezeichnete Schwimmer und jagen an Land wie im Wasser. Sie fressen Fische, Krebstiere, Insekten und sogar kleinere Säugetiere und Vögel. Weil sie in so unterschiedlichen Lebensräumen zurechtkommen, gehören sie zu den erfolgreichsten Waranarten, und in Südflorida hat sich inzwischen eine eingeschleppte Population gebildet.
In Australien leben 34 Waranarten von 23 Zentimetern bis zwei Metern
Die australischen Warane decken fast die gesamte Größenspanne der Gattung ab. Der Stachelschwanzwaran (Varanus acanthurus) bewohnt trockene, felsige Gebiete im Norden Westaustraliens, im Northern Territory und in Queensland und wird höchstens 70 Zentimeter lang. Der Buntwaran (Varanus varius) lebt dagegen in den Wäldern der Ostküste von der Kap-York-Halbinsel bis in den Süden Victorias. Er lebt am Boden wie auf Bäumen und erreicht bis zu zwei Meter Länge und 14 Kilogramm Gewicht. Größter Waran Australiens ist der Riesenwaran oder Perentie (Varanus giganteus) mit bis zu zwei Metern und rund 15 Kilogramm.
Warum haben Warane eine lange, gespaltene Zunge?
Warane riechen mit ihrer langen, gespaltenen Zunge. Die Zungenspitzen nehmen Duftstoffe aus der Luft und vom Boden auf und bringen sie zum Jacobson-Organ, einem Riechorgan im Schädel, das auch Schlangen besitzen. So spüren Warane sogar Beute auf, die im Boden vergraben ist.
Wie wirksam das ist, zeigt der Buntwaran. Er sucht seine Beute aktiv, findet sie mit der Zunge und verschlingt Tiere bis zu 42 Prozent seines eigenen Körpergewichts. Auf dem Speiseplan stehen Säugetiere, Vögel, Reptilien, Eier und Insekten, in vom Menschen veränderten Gebieten auch eingeschleppte Tierarten und überfahrene Tiere.
Sind Warane giftig?
Warane besitzen Giftdrüsen, nach heutigem Stand vermutlich alle Arten. Ein Forschungsteam um den Biologen Bryan Fry wies die Drüsen und giftige Proteine im Speichel mehrerer Arten nach. Beim Komodowaran senkt das Gift aus den Drüsen des Unterkiefers den Blutdruck der Beute und hemmt die Blutgerinnung.
Ältere Darstellungen beschrieben das Speichelsekret des Komodowarans als mild giftig, es hemme die Wundheilung der Beute und könne zu Lähmung oder Tod führen. Nach den Arbeiten von Fry wirkt das Gift über den Abfall des Blutdrucks und die gehemmte Blutgerinnung. Dazu kommen tiefe Risswunden durch die gezackten Zähne.
Weißkehlwarane unterscheiden Mengen bis sechs
Warane gelten als besonders lernfähige Echsen. Im Zoo von San Diego fütterten Forschende Weißkehlwarane mit unterschiedlich vielen Schnecken. Nahmen sie vorher eine Schnecke heraus, suchten die Tiere gezielt nach der fehlenden, und zwar bei Mengen bis sechs. Die Beobachtung geht auf die Waranforscher King und Green (1999) zurück.
Im Alltag zeigt sich die Lernfähigkeit bei der Nahrungssuche. Warane graben Beutetiere aus und öffnen Eier, um an den Inhalt zu gelangen. Komodowarane im Nationalzoo in Washington erkennen nach Beobachtungen der Pfleger ihre Betreuer wieder.
Wie pflanzen sich Warane fort?
Warane legen Eier, meist in geschützte Nester oder vergrabene Kammern. Je nach Art enthält ein Gelege im Schnitt zwischen 2,5 und 24,5 Eiern. Bei 30 Grad brauchen die Jungtiere je nach Art 92 bis 226 Tage bis zum Schlupf.
Nach der Eiablage verlassen die Weibchen in der Regel das Nest, und die Jungtiere sind nach dem Schlupf auf sich allein gestellt. Beim Timorwaran legen Weibchen in Menschenobhut 2 bis 12 Eier, aus denen nach 93 bis 186 Tagen 14 bis 17 Zentimeter lange Jungtiere schlüpfen. Einige Arten, darunter der Komodowaran, können sich auch ohne Männchen fortpflanzen. Diese Jungfernzeugung heißt Parthenogenese.
Welche Terrariengröße brauchen Warane?
Ein Paar bodenbewohnender Warane braucht nach dem Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums ein Gehege von mindestens 5 x 2 x 2 Kopf-Rumpf-Längen (Länge x Breite x Höhe), baumbewohnende Arten 5 x 2 x 4. Die Kopf-Rumpf-Länge misst das Tier von der Schnauze bis zur Kloake, also ohne Schwanz.
Ein bodenbewohnendes Paar mit 25 Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge braucht nach dieser Formel mindestens 125 x 50 x 50 Zentimeter. Die Werte gelten im Gutachten für ein Männchen und ein Weibchen, bei Einzelgängern für ein Tier. Für jedes weitere Tier kommen 15 Prozent Grundfläche dazu, und die Höhe muss unabhängig vom Rechenergebnis nicht über zwei Meter hinausgehen.
| Lebensweise | Beispielarten im Gutachten | Gehege für ein Paar (L x B x H in KRL) | Temperatur | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| baumbewohnend, tropisch | Pazifikwaran, Smaragdwaran | 5 x 2 x 4 oder 4 x 2 x 5 | 25 bis 30 °C, Sonnenplatz 45 °C | hohe Luftfeuchte, Verstecke, Klettermöglichkeiten |
| baumbewohnend, subtropisch | Buntwaran | 5 x 2 x 4 oder 4 x 2 x 5 | 25 bis 30 °C, Sonnenplatz 45 °C | Verstecke, Klettermöglichkeiten |
| bodenbewohnend, Wüste und Halbwüste | Wüstenwaran, Gouldswaran, Riesenwaran | 5 x 2 x 2 | 25 bis 30 °C, Sonnenplatz 45 °C | grabfähiger Bodengrund, Verstecke |
| bodenbewohnend, tropisch | Bengalenwaran | 5 x 2 x 2 | 25 bis 30 °C, Sonnenplatz 45 °C | hohe Luftfeuchte, Verstecke |
| an Gewässer gebunden | Bindenwaran, Mertens Wasserwaran | 5 x 2 x 2 | 25 bis 30 °C, Sonnenplatz 45 °C | großes beheiztes Wasserbecken, hohe Luftfeuchte |
Das Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien stammt vom 10. Januar 1997, und das Bundesministerium stellt im September 2026 weiterhin diese Fassung bereit. Kleine Warane wie Stachelschwanz- oder Timorwaran führt das Gutachten nicht eigens auf, für sie gelten die Formeln der passenden Lebensweise.
Welche Warane stehen unter Artenschutz?
Alle Warane stehen unter internationalem Artenschutz. Fünf Arten führt das Washingtoner Artenschutzabkommen in Anhang I, nämlich Bengalenwaran, Wüstenwaran (Varanus griseus), Komodowaran, Varanus flavescens und Varanus nebulosus. Alle übrigen Warane stehen in Anhang II. Die EU führt die fünf Arten in Anhang A ihrer Artenschutzverordnung und die meisten übrigen Warane in Anhang B (Stand: Verordnung (EU) 2026/1383 vom 22. Juni 2026).
Das Washingtoner Artenschutzabkommen heißt international CITES und regelt den Handel mit bedrohten Tieren und Pflanzen. Für Arten in Anhang II ist der internationale Handel nur mit Genehmigung erlaubt, für Arten in Anhang I ist der kommerzielle Handel verboten. In Deutschland gelten alle Arten aus Anhang A oder B als besonders geschützt (§ 7 Abs. 2 Nr. 13 Bundesnaturschutzgesetz). Wer einen Waran hält, muss ihn deshalb nach § 7 Abs. 2 Bundesartenschutzverordnung unverzüglich bei der zuständigen Landesbehörde melden, ebenso jeden späteren Zu- und Abgang. Die Ausnahmeliste der Anlage 5 nennt keine Waranart. Auf Verlangen muss der Halter außerdem die legale Herkunft nachweisen (§ 46 Bundesnaturschutzgesetz). Stand dieser Angaben: 13. September 2026.
Warane stehen als Spitzenprädatoren und Aasfresser weit oben in ihren Nahrungsnetzen und halten die Bestände von Kleintieren in Grenzen. Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit sind einige Arten durch den Verlust ihres Lebensraums, den illegalen Handel und die Jagd bedroht. Den Bengalenwaran etwa jagen Menschen in weiten Teilen seines Verbreitungsgebiets wegen Leder, Fleisch und traditioneller Medizin. Der Schutz der Warane dient damit auch der biologischen Vielfalt der Regionen, in denen sie leben. In Indonesien schützt der Komodo-Nationalpark, der zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, die Lebensräume des Komodowarans.
Häufige Fragen zu Waranen
Welche große Echse hat eine lange, gespaltene Zunge?
Eine lange, gespaltene Zunge ist typisch für Warane, die Echsen der Gattung Varanus. Warane züngeln wie Schlangen und riechen mit der Zunge, die Duftstoffe zum Jacobson-Organ im Schädel trägt. Der größte Waran ist der Komodowaran mit bis zu drei Metern Länge.
Was ist ein Kapwaran?
Kapwaran ist ein gelegentlich verwendeter Name für den Weißkehlwaran (Varanus albigularis) aus dem Süden und Osten Afrikas. Der Weißkehlwaran wird je nach Herkunft 1 bis 1,5 Meter lang und lebt in trockenen Steppen und Savannen. Er sieht dem Steppenwaran so ähnlich, dass beide bis Anfang der 1990er-Jahre als Unterarten derselben Art galten.
Wie viele Waranarten gibt es in Australien?
In Australien leben 34 anerkannte Waranarten, das nennt die Australian Wildlife Conservancy im August 2026. Das ist gut ein Drittel der 93 Arten, die die Reptile Database weltweit führt. Zu den australischen Arten gehören der kleinste Waran Varanus sparnus und der Riesenwaran, der bis zu zwei Meter lang wird.
Wo lebt der Bengalenwaran?
Der Bengalenwaran (Varanus bengalensis) lebt in Süd- und Südostasien vom Südosten Irans über Pakistan, Indien, Sri Lanka und Thailand bis nach Sumatra und Java. Er bevorzugt lichte Wälder an Flüssen und Auen bis in 1.500 Meter Höhe. Die Art steht im Washingtoner Artenschutzabkommen in Anhang I.
Wie groß werden Warane?
Warane werden je nach Art 23 Zentimeter bis drei Meter lang. Der kleinste bekannte Waran ist Varanus sparnus aus Westaustralien mit rund 16 Gramm, der größte der Komodowaran mit über 70 Kilogramm. Deutlich unter einem Meter bleiben zum Beispiel der Stachelschwanzwaran mit höchstens 70 Zentimetern und der Timorwaran mit etwa 60 Zentimetern.
Quellen
- The Reptile Database: Suche nach der Gattung Varanus, abgerufen am 13.09.2026
- Bundesministerium: Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien vom 10. Januar 1997, abgerufen am 13.09.2026
- Species+ (UNEP-WCMC): CITES- und EU-Listung der Gattung Varanus, abgerufen am 13.09.2026
- ABC News: World's smallest species of goanna found in WA's Kimberley, 30.12.2014
- Australian Wildlife Conservancy: From giants to climbers, the remarkable world of goannas, 14.08.2026
- Wikipedia: Warane, abgerufen am 13.09.2026
- Wikipedia: Monitor lizard, abgerufen am 13.09.2026
- Wikipedia: Buntwaran, abgerufen am 13.09.2026
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