Wasseragame (Physignathus cocincinus) - Lebensraum, Pflege & Haltung

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Wasseragame: Arten, Lebensraum & Haltung
Das Wichtigste in Kürze

Die Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus) ist eine Agame aus Südchina und Südostasien, die an Flüssen lebt und gut schwimmt. Männchen werden bis 90 Zentimeter lang und bis 600 Gramm schwer. Die IUCN stuft die Art seit 2017 als gefährdet ein, seit 2023 steht sie in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens. In Menschenobhut wird sie 10 bis 15 Jahre alt.

Die Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus) ist eine Agame aus Südchina und Südostasien, die an Flüssen lebt und gut schwimmt. Männchen werden bis 90 Zentimeter lang und bis 600 Gramm schwer. Die IUCN stuft die Art seit 2017 als gefährdet ein, seit 2023 steht sie in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens. In Menschenobhut wird sie 10 bis 15 Jahre alt.

Die Wasseragame, im Handel auch Grüne, Asiatische, Chinesische oder Thailändische Wasseragame genannt, gehört zur Familie der Agamen (Agamidae). Diese Echse lebt in dichten, immergrünen Wäldern an Bächen und Flüssen und flüchtet bei Gefahr ins Wasser. Ihre leuchtend grüne Färbung und ihre Schwimmfähigkeiten machen sie bei Reptilienliebhabern beliebt. In der Haltung ist sie anspruchsvoll, weil sie ein großes, hohes Terrarium mit beheiztem Wasserteil braucht.

Mit der afrikanischen Siedleragame (Agama agama) hat die Wasseragame außer der Familie wenig gemeinsam. Näher verwandt ist die Australische Wasseragame (Intellagama lesueurii), die anatomisch und in ihrer Lebensweise so ähnlich ist, dass sie früher irrtümlich zur selben Gattung gezählt wurde.

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Fakten zur Wasseragame

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Klasse Reptilia (Reptilien)
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Ordnung Squamata (Schuppenkriechtiere)
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Familie Agamidae (Agamen)
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Gattung Physignathus
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Art Physignathus cocincinus Cuvier, 1829
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Verbreitung Südchina (Guangdong, Guangxi, Yunnan), Vietnam, Laos, Kambodscha und Osten Thailands; eingeschleppt in Hongkong und Taiwan
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Lebensraum Dichte, immergrüne Wälder an Süßwasserbächen und Flüssen in 50 bis 820 Metern Höhe
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Maße und Gewicht Männchen bis 90 cm Gesamtlänge, etwa 25 cm Kopf-Rumpf-Länge und bis 600 g; Weibchen bis 20 cm Kopf-Rumpf-Länge und bis 250 g
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Fortpflanzung Eierlegend, 5 bis 16 Eier pro Gelege, Schlupf nach zwei bis drei Monaten
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Lebenserwartung In Menschenobhut 10 bis 15 Jahre, einzelne Tiere über 20 Jahre
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Gefährdung Gefährdet (IUCN, seit 2017); CITES Anhang II seit 23. Februar 2023, EU-Anhang B

Aussehen und äußerliche Merkmale

Die Wasseragame zeichnet sich durch eine leuchtend grüne Grundfärbung aus, die in ihrem natürlichen Lebensraum als Tarnung dient. Unter Stress färbt sie sich bräunlich oder grau. Jungtiere tragen leuchtend grüne oder türkisfarbene Schrägstreifen, und der Schwanz ist mit breiten Bändern in Hellgrün und Dunkelbraun geringelt. Männchen haben eine gelbe oder orangefarbene Kehle.

Kopf einer Grünen Wasseragame mit grüner Kehle und Rückenkamm
Kopf einer Grünen Wasseragame. Bild: Natalia Kuzmina / Shutterstock.com

Männchen werden bis 90 Zentimeter lang, wovon der größte Teil auf den Schwanz entfällt. Ihre Kopf-Rumpf-Länge liegt bei etwa 25 Zentimetern, das Gewicht bei bis zu 600 Gramm. Weibchen bleiben mit höchstens 20 Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge und 250 Gramm deutlich kleiner. Entlang des Rückens und des Schwanzes verläuft ein gezackter Kamm, der bei den Männchen besonders ausgeprägt ist.

Kräftige Gliedmaßen und scharfe Krallen machen die Wasseragame zu einer guten Kletterin, der seitlich abgeflachte Körper zu einer schnellen Schwimmerin. Männchen besitzen an der Unterseite der Oberschenkel eine Reihe gut sichtbarer Schenkelporen, bei Weibchen sind an dieser Stelle nur flache Vertiefungen zu sehen. Daran lassen sich die Geschlechter bei erwachsenen Tieren unterscheiden.

Lebensraum von Wasseragamen

Wasseragamen leben in Südchina in den Provinzen Guangdong, Guangxi und Yunnan sowie in Vietnam, Laos, Teilen Kambodschas und im Osten Thailands. Aus Myanmar gibt es nur unbestätigte Meldungen. Die Art bewohnt dichte, immergrüne Wälder entlang von Süßwasserbächen in 50 bis 820 Metern Höhe, oberhalb von 270 Metern wird sie seltener.

In ihrem Lebensraum liegen die Temperaturen meist bei 27 bis 32 Grad Celsius, die Luftfeuchte zwischen 40 und 80 Prozent. Wasseragamen sind semiaquatisch, das heißt, sie leben sowohl im Wasser als auch an Land und in den Bäumen. Die dichte Vegetation bietet ihnen Schutz vor Fressfeinden und dient als Jagdgebiet. Außerhalb ihrer Heimat hat sich in Hongkong seit etwa 2004 eine Population aus vermutlich ausgesetzten Heimtieren gebildet, und in Taiwan pflanzt sich die Art seit 2010 fort.

Verhalten von Wasseragamen

Wasseragamen sind tagaktiv und halb baumbewohnend. Die Nacht verbringen sie auf Ästen, die über einen Bach ragen. Bei Gefahr springen oder rennen sie zum nächsten Gewässer und schwimmen davon oder bleiben bis zu 90 Minuten unter Wasser. Tagsüber suchen sie Nahrung, sonnen sich und verteidigen ihr Revier.

Männchen sind territorial und verteidigen ihr Revier aggressiv gegen Artgenossen. Sie verständigen sich über sichtbare Signale wie Kopfnicken und Körperhaltungen. Wasseragamen sind Allesfresser, doch den größten Teil ihrer Nahrung machen Insekten aus. In freier Natur fressen sie Termiten, Ameisen, Heuschrecken, Regenwürmer und Spinnen, gelegentlich auch kleine Wirbeltiere, Eier und Schnecken.

Fortpflanzung und Paarung

Wasseragamen legen Eier. Gegen Ende der trockenen Winterzeit gräbt das Weibchen 5 bis 16 Eier in sandige Flussufer ein. Die Jungtiere schlüpfen zwei bis drei Monate später, zu Beginn des feuchten Sommers, und sind sofort selbstständig. Geschlechtsreif werden Wasseragamen noch in ihrem ersten Lebensjahr.

Männchen werben mit Farbwechseln und Balzritualen um die Weibchen. Eine Besonderheit ist die Jungfernzeugung, die Parthenogenese. Ein Weibchen in Menschenobhut brachte Nachwuchs ohne Männchen hervor, und die Wasseragame ist damit die einzige Agame, bei der diese Fortpflanzung bekannt ist.

Haltung von Wasseragamen und Eignung für die Terraristik

Wasseragamen brauchen nach dem Gutachten des Bundeslandwirtschaftsministeriums ein Terrarium von mindestens 4 x 3 x 5 oder 5 x 3 x 4 Kopf-Rumpf-Längen (Länge x Breite x Höhe). Für ein Männchen mit 25 Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge ergibt das mindestens 100 x 75 x 125 Zentimeter. Das Gutachten verlangt außerdem ein beheiztes Wasserbecken, 25 bis 30 Grad Celsius Grundtemperatur und lokal 45 Grad.

Die Kopf-Rumpf-Länge misst das Tier von der Schnauze bis zur Kloake, also ohne den langen Schwanz. Das Terrarium braucht Land- und Wasserbereiche, feuchten Bodengrund und viele Kletteräste, von denen nach dem Gutachten die Hälfte dicker als der Körper des Tieres sein soll. Ein großes Wasserbecken ist Pflicht, weil die Tiere bei Stress ins Wasser flüchten. Für ein Tier dieser Größe ist ein Großterrarium nötig. Die Beleuchtung sollte UV-B-Licht enthalten, und das Futter besteht vor allem aus Insekten, ergänzt durch pflanzliche Kost. Das Gutachten nennt eine Lebenserwartung von 15 bis 18 Jahren, Wikipedia 10 bis 15 Jahre mit einzelnen Tieren über 20 Jahre.

Seit dem 23. Februar 2023 steht die Grüne Wasseragame in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens und in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung. In Deutschland gilt sie damit als besonders geschützt: Halter müssen ihre Tiere nach § 7 Abs. 2 Bundesartenschutzverordnung bei der zuständigen Landesbehörde melden und die legale Herkunft nachweisen können (Stand: 13. September 2026).

Warum die Wasseragame als gefährdet gilt

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Grüne Wasseragame seit 2017 als gefährdet (Vulnerable). Die größte Bedrohung ist der Fang für den Fleischverzehr und den Heimtierhandel, dazu kommt der Verlust von Lebensraum. In die EU wurden von 2010 bis 2018 im Schnitt rund 7.000 lebende Wasseragamen pro Jahr eingeführt. Die USA importierten von 2002 bis 2011 durchschnittlich 81.000 Tiere jährlich und von 2013 bis 2017 rund 48.000, davon mindestens 95 Prozent Wildfänge.

2023 nahm die Artenschutzkonferenz die Art in Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens auf. Seitdem braucht jeder internationale Handel eine Ausfuhrgenehmigung. Wer eine Wasseragame kaufen möchte, achtet am besten auf eine nachgewiesene Nachzucht.

Häufige Fragen zur Wasseragame

Wie groß wird eine Wasseragame?

Eine männliche Grüne Wasseragame wird bis 90 Zentimeter lang, der größte Teil davon ist Schwanz, und wiegt bis 600 Gramm. Weibchen bleiben mit bis zu 20 Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge und 250 Gramm deutlich kleiner.

Ist die Wasseragame meldepflichtig?

Ja, die Grüne Wasseragame ist in Deutschland meldepflichtig. Seit 2023 steht sie in Anhang B der EU-Artenschutzverordnung und gilt damit als besonders geschützt, und die Ausnahmeliste der Bundesartenschutzverordnung nennt sie nicht (Stand: 13. September 2026).

Wie lange kann eine Wasseragame unter Wasser bleiben?

Eine Grüne Wasseragame kann bei Gefahr bis zu 90 Minuten unter Wasser bleiben. Sie flüchtet dafür vom Ast über dem Bach direkt ins Wasser und schwimmt oder taucht, bis die Gefahr vorbei ist.

Was ist der Unterschied zwischen Grüner und Australischer Wasseragame?

Die Grüne Wasseragame (Physignathus cocincinus) lebt in Südchina und Südostasien, die Australische Wasseragame (Intellagama lesueurii) im Osten Australiens. Beide Arten leben an Gewässern und sehen sich so ähnlich, dass die australische Art früher irrtümlich zur Gattung Physignathus gezählt wurde.

Quellen

Der Content wurde mit Hilfe von KI erstellt, vor allem in der Recherche und Vorformulierung. Prüfung und Abnahme durch unsere Redaktion.