Die Ringelnatter (Natrix natrix), auch bekannt als Schwimmnatter, ist eine weit verbreitete Schlangenart in Europa und Teilen Asiens. Sie gehört zur Familie der Nattern (Colubridae) und ist bekannt für ihre semiaquatische Lebensweise, da sie häufig in der Nähe von Gewässern anzutreffen ist. Diese ungiftige Schlange ist für den Menschen harmlos und spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem, indem sie sich hauptsächlich von Amphibien ernährt. Die Ringelnatter ist leicht an den charakteristischen gelben oder orangen Halbmondflecken am Hinterkopf zu erkennen. In diesem Artikel werden wir die biologischen Merkmale, den Lebensraum, das Verhalten, die Fortpflanzung und die Haltung der Ringelnatter im Terrarium näher betrachten.
Fakten der Ringelnatter
Ringelnatter oder Barrenringelnatter: zwei Arten seit 2017
Was in Deutschland lange als eine einzige Art galt, ist seit einer 2017 veröffentlichten genetischen Untersuchung zweigeteilt: Westlich des Rheins lebt ausschließlich die Barrenringelnatter (Natrix helvetica), östlich davon die Ringelnatter (Natrix natrix) in ihrer Nominatform. Zwischen Mittelhessen und der Schweizer Grenze kommen beide Formen vor und bilden dort Mischpopulationen. Äußerlich unterscheiden sie sich vor allem an der Flankenzeichnung: Natrix natrix zeigt kaum Muster, während die Barrenringelnatter deutliche, oft querstehende schwarze Streifen an den Flanken trägt, denen sie ihren Namen verdankt.
Aussehen und äußerliche Merkmale
Die Ringelnatter ist eine mittelgroße Schlange, die eine Länge von 60 bis 120 Zentimetern erreichen kann. Sie hat eine graue bis olivgrüne Grundfärbung mit schwarzen Flecken an den Flanken. Die auffälligsten Merkmale sind die gelben oder orangen Halbmondflecken am Hinterkopf, die ihr den Namen "Ringelnatter" verleihen. Der Kopf ist deutlich vom Körper abgesetzt und die Augen sind groß mit runden Pupillen. Die Schuppen sind glatt und verleihen der Schlange ein glänzendes Aussehen.
Lebensraum von Ringelnatter
Die Ringelnatter ist in einer Vielzahl von Lebensräumen zu finden, bevorzugt jedoch feuchte Gebiete wie Flussufer, Teiche und Sümpfe. Sie ist auch in Wäldern und an Waldrändern anzutreffen. Diese Lebensräume bieten ihr sowohl Schutz als auch reichlich Nahrung. Die Ringelnatter ist anpassungsfähig und kann auch in menschlichen Siedlungen, wie Gärten und Parkanlagen, vorkommen, solange es in der Nähe Wasser gibt.
Verhalten von Ringelnatter
Die Ringelnatter ist vorwiegend tagaktiv und verbringt viel Zeit mit der Jagd nach Nahrung. Sie ist eine ausgezeichnete Schwimmerin und jagt hauptsächlich Amphibien wie Frösche und Kröten, aber auch kleine Fische und gelegentlich Nagetiere. Bei Bedrohung zeigt sie ein defensives Verhalten, indem sie sich totstellt oder ein übelriechendes Sekret absondert, um Fressfeinde abzuschrecken. Diese Schlange ist ein Einzelgänger, der sich nur während der Paarungszeit mit Artgenossen zusammentut.
Fortpflanzung und Paarung
Die Fortpflanzung der Ringelnatter erfolgt ovipar. Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr nach der Winterruhe. Die Weibchen legen im Sommer bis zu 30 Eier in feuchten, geschützten Bereichen ab, wie Komposthaufen oder unter Laub. Die Jungtiere schlüpfen nach etwa 6 bis 10 Wochen und sind von Geburt an selbstständig. Sie ernähren sich zunächst von kleinen Insekten und Amphibien.
Haltung und Eignung für die Terraristik
Die Haltung der Ringelnatter im Terrarium erfordert ein feuchtes Umfeld mit Zugang zu Wasser. Ein geräumiges Terrarium mit Versteckmöglichkeiten und einer Temperatur von 20 bis 25 Grad Celsius ist ideal. Die Ernährung sollte abwechslungsreich sein und Amphibien, Fische und gelegentlich kleine Nagetiere umfassen. Aufgrund ihrer spezifischen Bedürfnisse und ihrer Anpassungsfähigkeit ist die Haltung der Ringelnatter auch für Terrarienanfänger geeignet, jedoch sollte der Schutzstatus und die Herkunft der Tiere beachtet werden.
Steht die Ringelnatter unter Artenschutz?
Die Ringelnatter ist in Deutschland nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt: Fangen, Verletzen oder Töten der Tiere sowie die Zerstörung ihrer Eiablageplätze sind verboten. Auf der Roten Liste gefährdeter Arten Deutschlands führt sie die Gefährdungskategorie 3 (gefährdet), obwohl der weltweite Bestand laut IUCN als nicht gefährdet gilt. Der Unterschied erklärt sich durch den Lebensraumverlust an Gewässern und in Feuchtgebieten, der die Art in vielen deutschen Regionen unter Druck setzt, während der weltweite Gesamtbestand stabil bleibt.
Häufige Fragen zur Ringelnatter
Ist die Ringelnatter für Menschen gefährlich?
Nein, die Ringelnatter ist ungiftig und für Menschen ungefährlich. Bei Bedrohung stellt sie sich meist tot oder sondert ein übelriechendes Sekret ab, beißt aber nur äußerst selten und ausschließlich zur Verteidigung.
Woran erkennt man eine Ringelnatter?
Eine Ringelnatter erkennt man an den gelben oder orangen Halbmondflecken direkt hinter dem Kopf und an der grau bis olivgrünen Grundfärbung mit schwarzen Flecken an den Flanken. Die Barrenringelnatter, die westlich des Rheins lebt, trägt zusätzlich deutliche, oft querstehende schwarze Streifen an den Flanken.
Was unterscheidet die Ringelnatter von der Blindschleiche?
Die Blindschleiche ist trotz ihres schlangenähnlichen Körpers keine Schlange, sondern eine beinlose Echse, erkennbar an beweglichen Augenlidern und einer abwerfbaren Schwanzspitze, die eine Ringelnatter beides nicht besitzt. Die Ringelnatter wird zudem deutlich länger und trägt die charakteristischen Halbmondflecken am Hinterkopf, die der Blindschleiche fehlen.
Ist die Ringelnatter in Deutschland geschützt?
Ja, die Ringelnatter steht in Deutschland unter besonderem Schutz nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Fangen, Verletzen und Töten der Tiere sind verboten, und die Art gilt auf der Roten Liste Deutschlands als gefährdet (Kategorie 3).
Wie groß wird eine Ringelnatter?
Männchen erreichen laut Wikipedia im Schnitt rund 75 Zentimeter, Weibchen werden mit 85 bis 152 Zentimetern deutlich größer, wobei Längen über 110 Zentimeter selten bleiben. Die Eier sind 23 bis 40 Millimeter lang und brauchen bei 28 bis 30 Grad rund 30 bis 33 Tage, bis die Jungtiere schlüpfen.
Quellen
- Wikipedia: Ringelnatter, abgerufen am 27.09.2026
- Wikipedia: Barrenringelnatter, abgerufen am 27.09.2026
- NABU Baden-Württemberg: Artenporträt Ringelnatter, abgerufen am 27.09.2026
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