Waldeidechse (Zootoca vivipara) jetzt auf der Vorwarnliste

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waldeidechse
Bild: Marek R. Swadzba / Shutterstock.com
Das Wichtigste in Kürze

Die Waldeidechse, wissenschaftlich bekannt als Zootoca vivipara, ist eine der am weitesten verbreiteten Eidechsenarten Europas und ist auch als Bergeidechse oder Mooreidechse bekannt. Mit einer Gesamtlänge von maximal 18 Zentimetern und einem Gewicht von 3 bis 5 Gramm ist sie die kleinste heimische Eidechsenart Deutschlands. Die Rote Liste Deutschlands stuft die Art seit der Einstufung 2020 auf...

Die Waldeidechse, wissenschaftlich bekannt als Zootoca vivipara, ist eine der am weitesten verbreiteten Eidechsenarten Europas und ist auch als Bergeidechse oder Mooreidechse bekannt. Mit einer Gesamtlänge von maximal 18 Zentimetern und einem Gewicht von 3 bis 5 Gramm ist sie die kleinste heimische Eidechsenart Deutschlands. Die Rote Liste Deutschlands stuft die Art seit der Einstufung 2020 auf der Vorwarnliste ein, nachdem sie 2009 noch als ungefährdet galt; Grund sind der langfristig starke und kurzfristig mäßige Rückgang der Bestände durch Entwässerung von Mooren, den Rückgang von Kahlschlagflächen in der Forstwirtschaft und den Verlust von Hecken und strukturreichem Grünland.

Diese Anpassungsfähigkeit an Lebensräume von Mooren und Heiden bis zu Waldlichtungen und alpinen Lagen macht die Waldeidechse zur Reptilienart mit dem größten Verbreitungsgebiet aller heute lebenden, landbewohnenden Reptilien: Es reicht über rund 11.000 Kilometer von Irland im Westen bis zur russischen Insel Sachalin im Osten. In Nordnorwegen erreicht sie den 70. Breitengrad und damit, weiter als jede andere Reptilienart, Gebiete nördlich des Polarkreises; in den Alpen steigt sie bis in Höhen von 2.200 bis 3.000 Metern auf. Möglich wird das durch Ovoviviparie: Die Eier werden im Körper des Weibchens ausgetragen, sodass die Jungen lebend zur Welt kommen, statt im kühlen Boden auszukühlen. Nur zwei isolierte Unterarten, Zootoca vivipara louislantzi in den Pyrenäen und dem Baskenland sowie Zootoca vivipara carniolica in Slowenien und angrenzenden Gebieten, legen stattdessen Eier.

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Fakten zur Waldeidechse

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Klasse Reptilia
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Ordnung Squamata
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Familie Lacertidae
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Gattung Zootoca
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Art Zootoca vivipara
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Verbreitung Rund 11.000 Kilometer von Irland bis zur Insel Sachalin, nördlichster Punkt am 70. Breitengrad in Nordnorwegen.
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Lebensraum Sie bewohnt Moore, Heiden, Grasfluren, Waldflächen und -ränder sowie alpine Gebiete.
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Maße und Gewicht Gesamtlänge von maximal 18 cm und 3 bis 5 Gramm Gewicht, der Schwanz macht etwa zwei Drittel der Länge aus.
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Fortpflanzung Ovovivipar, 2 bis 12 lebende Junge pro Wurf; zwei Unterarten legen stattdessen Eier.
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Gefährdung Vorwarnliste in der Roten Liste Deutschlands, Einstufung 2020, zuvor 2009 ungefährdet.
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Schutzstatus Besonders geschützt nach der Bundesartenschutzverordnung.

Aussehen und äußerliche Merkmale der Waldeidechse

Die Waldeidechse ist eine eher kleine und schlanke Eidechse mit einer Gesamtlänge von bis zu 18 cm. Ihre Färbung variiert von hell- bis dunkelbraun, oft mit einem Muster aus hellen und dunklen Flecken oder Streifen entlang des Rückens. Die Flanken sind meist dunkler gefärbt. Männchen sind häufig kontrastreicher gefärbt als Weibchen, insbesondere während der Paarungszeit. Die Bauchseite der Männchen ist oft orange bis gelb und schwarz gepunktet, während die Weibchen eine hellere, ungefleckte Unterseite haben.

Die wichtigsten Erkennungsmerkmale auf einen Blick:

  • Hell- bis dunkelbraune Grundfarbe mit Flecken oder Streifen entlang des Rückens
  • Dunklere Flanken, bei Männchen zur Paarungszeit kontrastreicher gefärbt
  • Bauchseite der Männchen orange bis gelb und schwarz gepunktet
  • Jungtiere fast schwarz bis bronzefarben, 3 bis 4 Zentimeter lang
  • Maximal 18 Zentimeter Gesamtlänge, davon rund zwei Drittel Schwanz

Lebensraum von Waldeidechsen

Waldeidechsen sind in einer Vielzahl von Lebensräumen zu finden, die von Mooren und Heiden bis zu Waldlichtungen und alpinen Gebieten reichen. Sie bevorzugen feuchte, aber nicht zu nasse Umgebungen mit reichlich Vegetation, die ihnen Schutz und Nahrung bietet. In höheren Lagen bewohnen sie auch Mauern und Lesesteinhaufen, wo sie sich sonnen und verstecken können. Diese Eidechsen sind anpassungsfähig und können auch in städtischen Randgebieten überleben, sofern geeignete Lebensbedingungen vorhanden sind.

Verhalten von Waldeidechsen

Waldeidechsen sind tagaktiv und verbringen ihre Zeit hauptsächlich mit der Nahrungssuche und dem Sonnenbaden. Sie ernähren sich von einer Vielzahl von Wirbellosen, darunter Insekten, Spinnen und Schnecken. Bei Bedrohung flüchten sie schnell in die Vegetation oder ins Wasser. Die Art ist standorttreu, obwohl gelegentlich Individuen als "Pioniere" neue Lebensräume besiedeln. Während der Paarungszeit im Frühjahr sind die Männchen besonders aktiv und territorial.

Fortpflanzung und Paarung der Waldeidechse

Die Fortpflanzung der Waldeidechse erfolgt durch Ovoviviparie. Die Paarungszeit beginnt im Frühjahr, und die Weibchen gebären nach einer Tragzeit von etwa zwei Monaten 2 bis 12 lebende Junge. Diese sind bei der Geburt von einer weichen Eihaut umhüllt, aus der sie sich schnell befreien. Die Jungtiere sind sofort selbstständig und müssen sich ohne elterliche Fürsorge zurechtfinden. Die Fortpflanzung ist stark von den Umweltbedingungen abhängig, und die Überlebensrate der Jungtiere ist oft gering. Die neu geschlüpften Jungtiere sind 3 bis 4 Zentimeter lang und fast schwarz bis bronzefarben gefärbt; die helle, gemusterte Färbung der erwachsenen Tiere entwickelt sich erst in den folgenden Monaten.

Ist die Waldeidechse gefährdet?

Die Waldeidechse steht seit der Einstufung 2020 auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands, nachdem sie in der vorherigen Fassung von 2009 noch als ungefährdet eingestuft war. Die Vorwarnliste ist keine Gefährdungskategorie im engeren Sinn, sondern markiert Arten mit einem bereits erkennbaren, aber noch nicht bestandsbedrohenden Rückgang. Das Rote-Liste-Gremium Amphibien und Reptilien verzeichnet für die Art einen starken langfristigen und einen mäßigen kurzfristigen Bestandsrückgang.

MerkmalWertQuelle
Rote-Liste-Status 2020VorwarnlisteRote-Liste-Zentrum
Rote-Liste-Status 2009 (zuvor)UngefährdetRote-Liste-Zentrum
Langfristiger BestandstrendStarker RückgangRote-Liste-Zentrum
Kurzfristiger BestandstrendMäßige AbnahmeRote-Liste-Zentrum
SchutzstatusBesonders geschützt (BArtSchV, Paragraf 44 BNatSchG)LUBW Baden-Württemberg

Beobachte Waldeidechsen nur aus der Distanz und entnimm keine Tiere aus der Natur: Die Art ist besonders geschützt, und Eingriffe in ihren Lebensraum wie Entwässerung oder Mahd zur falschen Zeit schaden den ohnehin zurückgehenden Beständen zusätzlich.

Weil die Waldeidechse nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt ist, dürfen wildlebende Tiere nach Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz nicht gefangen, verletzt, getötet oder aus der Natur entnommen werden; auch ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten dürfen nicht beschädigt werden.

Haltung und Eignung der Waldeidechse für die Terraristik

Waldeidechsen werden selten in Terrarien gehalten, da sie spezifische Umweltbedingungen benötigen, die ihren natürlichen Lebensräumen entsprechen. Ein Terrarium sollte reichlich Versteckmöglichkeiten und eine abwechslungsreiche Vegetation bieten. Die Temperatur sollte moderat gehalten werden, mit ausreichend Sonnenplätzen. Eine Ernährung mit kleinen Wirbellosen ist notwendig, um ihre natürlichen Ernährungsgewohnheiten zu unterstützen. Weil die Art besonders geschützt ist, dürfen ihr ohnehin keine Tiere aus der Natur entnommen werden; vereinzelt halten Zoos und Forschungseinrichtungen Waldeidechsen mit behördlicher Genehmigung.

Häufige Fragen zur Waldeidechse

Ist die Waldeidechse giftig oder gefährlich für Menschen?

Nein, die Waldeidechse ist für Menschen völlig harmlos. Sie besitzt kein Gift und ernährt sich ausschließlich von kleinen Wirbellosen wie Insekten, Spinnen und Schnecken.

Wie erkenne ich eine Waldeidechse?

Eine Waldeidechse erkennst du an der hell- bis dunkelbraunen Färbung mit einem Muster aus Flecken oder Streifen entlang des Rückens und an der geringen Größe von maximal 18 Zentimetern. Die ähnlich gefärbte Zauneidechse wird mit über 20 Zentimetern deutlich größer, und ihre Männchen tragen zur Paarungszeit eine kräftig grüne Flankenfärbung, die der Waldeidechse fehlt.

Welche Farbe haben Waldeidechsen-Jungtiere?

Neu geschlüpfte Waldeidechsen sind fast schwarz bis bronzefarben und 3 bis 4 Zentimeter lang. Die hellere, gemusterte Färbung der erwachsenen Tiere entwickelt sich erst in den folgenden Monaten.

Darf ich eine Waldeidechse fangen oder halten?

Nein, die Waldeidechse ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt, deshalb dürfen wildlebende Tiere nach Paragraf 44 Bundesnaturschutzgesetz nicht gefangen, verletzt oder gehalten werden. Nur Zoos und Forschungseinrichtungen mit behördlicher Genehmigung halten die Art.

Ist die Waldeidechse vom Aussterben bedroht?

Nein, die Waldeidechse ist nicht vom Aussterben bedroht, gilt aber seit der Einstufung 2020 als Art der Vorwarnliste in der Roten Liste Deutschlands. Zuvor, im Jahr 2009, war sie noch als ungefährdet eingestuft; Grund für die Verschlechterung ist vor allem der Verlust von Mooren und strukturreichem Grünland.

Quellen

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