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Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas)

Es ist unverkennbar, woher der Rotaugenlaubfrosch seinen Namen hat. Die leuchtend roten Glubschaugen stechen bei dem auch sonst sehr farbenfrohen Frosch deutlich hervor. Dieser äußerst attraktive Tropenfrosch wird sehr gerne in Terrarien gehalten. Allerdings ist er sehr anspruchsvoll, weshalb die Rotaugenlaubfrosch Haltung nicht für Anfänger*Innen geeignet ist. Worauf man achten muss, damit sich der Frosch im Terrarium wohl fühlt, was er frisst und wie man das Terrarium einrichten muss, erfahren Sie hier. Außerdem gibt es Informationen über die Herkunft, das Aussehen und zum Kauf von Rotaugenlaubfröschen.

Steckbrief Rotaugenlaubfrosch

Wissenschaftlicher NameAgalychnis callidryas
VerbreitungKaribikseite Mittelamerikas bis Costa Rica/Panama, auch Pazifikseite
LebensraumIn tropischen Regenwäldern
Verhalten Dämmerungs- und nachtaktiv
Größe5,5 – 7 cm
AussehenGrüne Grundfarbe mit hellgelb und hellblauen Streifen an den Flanken, weißer Bauch und orangrote Füße, hervorstehende rote Augen mit schwarzer Pupille
Lebenserwartung5 bis 8 Jahre
HaltungRegenwaldterrarium
NahrungKleine Tiere und Insekten
BesonderheitBei unhygienischer Haltung sind die Tiere sehr hinfällig

Aussehen: Woran erkennt man einen Rotaugenlaubfrosch?

Sein farbenfrohes Aussehen macht den Rotaugenlaubfrosch zu einem beliebten Terrarium-Tier.

Die Familie der Laubfrösche zählt über 40 Gattungen mit über 700 Arten. Dazu gehört auch der Rotaugenlaubfrosch, der zur Unterfamilie der Greiffrösche gehört. Ihren Daumen können sie den anderen Fingern gegenüberstellen, so dass sie richtig greifen können. Auffällig ist aber auch ihr buntes Äußeres mit den großen roten hervortretenden Augen. Bei jüngeren Tieren ist die Iris zunächst gelb. Die Grundfarbe des sehr kontrastreichen Körpers ist grün, wobei sie an den Flanken hellgelbe und hellblaue Streifen haben. Ein weißer Bauch und und orangerote Füße sind weitere Merkmale dieses auffälligen Tropenfrosches.

Der Körper der Rotaugenlaubfrösche ist schlank, fast mager, wobei die Weibchen mit bis zu 7 cm größer werden als die Männchen, die bereits mit 5,5 cm ausgewachsen sind. Beim Bewegen erscheinen die Frösche etwas tollpatschig, denn ihre Beine sind im Verhältnis zum Körper extrem lang. Überhaupt bewegen sich diese Laubfrösche eher langsam und behäbig, was man bei diesen langgliedrigen Fröschen nicht unbedingt vermutet. Die Frösche können bis zu acht Jahre, möglicherweise auch älter werden. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Frösche beträgt jedoch sechs Jahre. Ein sehr naher Verwandter des Rotaugenlaubfrosches ist der Kleine Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis saltator).

Merkmale des Rotaugenlaubrosches

Die auffällige Färbung der Frösche ist kein Zufall. Die Signalfarben machen deutlich: Achtung, der Rotaugenlaubfrosch ist giftig! Das Gift ist in der Haut der Tiere enthalten und schreckt potentielle Angreifer ab, den Fröschen zu nahe zu kommen. Für Menschen ist das Gift des Rotaugenfrosches nicht gefährlich. Das Gift schützt sie zwar vor vielen Feinden, aber es gibt ein paar Tiere, die dem gegenüber unempfindlich sind. Dazu gehören Schlangen, Fledermäuse und einige Vögel.

Der Rotaugenlaubfrosch ist perfekt an das Leben in den Baumkronen tropischer Wälder angepasst. Mit seinen Greifhänden kann er sich besonders gut an Ästen und Zweigen festhalten. Tagsüber ruht er auf der Unterseite von Blättern. Von potentiellen Feinden wird er dabei kaum wahrgenommen, denn in der Schlafhaltung sind die Frösche komplett grün. Zusammengekauert und mit geschlossenen Augen ist nichts von den leuchtenden Farben zu erkennen. Zum Einbruch der Dämmerung wird er aktiv und lauert seiner Beute, die hauptsächlich aus Insekten und kleinen Wirbellosen besteht, auf.

Rotaugenlaubfrösche können untereinander mit knackenden Lauten kommunizieren, denn so finden sie in der Paarungszeit zueinander. Mit Knack- und Schnalzlauten (Tschack-Tschack) die eher an Rufe von Vögeln als an Frösche erinnern, locken die Männchen weibliche Rotaugenfrösche an. Männliche Konkurrenten werden vertrieben, in dem Pflanzen, auf denen der Rotaugenfrosch sitzt, über Körpervibration zum schwingen gebracht wird.

Lebensraum des Rotaugenlaubfrosches

Der Rotaugenlaubfrosch ist in Mittelamerika heimisch. Sein Lebensraum erstreckt sich in Tiefland-Regenwäldern von Mexico bis nach Costa Rica und zur kolumbianischen Grenze Panamas. Man findet die Frösche sowohl auf der Atlantik- als auch auf der Pazifikseite, bevorzugt in den Ästen und Zweigen der Baumkronen. Bei langanhaltenden Regenfällen oder zur Fortpflanzung halten sie sich auch auf dem Boden auf. Ansonsten besuchen sie gelegentlich auch temporäre oder ausdauernde Wasserstellen und Tümpel in der Nähe von Dörfern.

Rotaugenlaubfrosch Haltung

Rotaugenlaubfrösche sind äußerst scheu. Es ist nicht davon auszugehen, dass Ihr Frosch, so wie hier im Bild, zahm wird.

Aufgrund seines Aussehens wird der Rotaugenlaubfrosch gerne in Terrarien gehalten. Allerdings sind die Tiere nachtaktiv und kommen erst in den Abendstunden zum Vorschein. Wenn Sie einen Rotaugenlaubfrosch halten möchten, sollten Sie sicherstelle, dass sie dem Frosch ein artgerechtes Leben bieten können. Dazu muss man den natürlichen Lebensraum so gut wie möglich nachbilden, für die richtigen klimatischen Bedingungen sorgen, das passende Futter füttern und für eine gute Hygiene im Terrarium sorgen. Da der Rotaugenlaubfrosch sehr anspruchsvoll in der Haltung ist, sollten ausreichend Vorkenntnisse und Fachwissen vorhanden sein. Idealerweise bringen Sie schon Erfahrung in der Rotaugenfrosch-Haltung mit.

Bevor es an die Planung für ein geeignetes Glasterrarium geht, sollten Sie überlegen, wie viele Frösche Sie halten möchten. Der Rotaugenlaubfrosch fühlt sich in Gruppen wohl, weshalb sie durchaus mehrere Frösche zusammen in einem Terrarium halten können. So steht auch einer Zucht nichts im Wege. Natürlich muss den Tieren ausreichend Platz eingeräumt werden.

Ernährung: Was frisst der Rotaugenlaubfrosch?

In freier Wildbahn fressen die Frösche kleine Insekten und Wirbellose. In Gefangenschaft füttert man sie mit Heimchen, Grillen, kleinen Heuschrecken und Nachtfaltern. Es handelt sich dabei um Lebendfutter. Damit die Frösche gesund bleiben, sollten die Futterinsekten gelegentlich mit Mineral- und Vitaminpulver bestäubt werden.

Wies sieht ein geeignetes Rotaugenlaubfrosch Terrarium aus?

Der Rotaugenlaubfrosch ist ein Tropentier und braucht daher auch ein tropisches Regenwaldterrarium mit einem großen Wasseranteil. Da er sich in seinem natürlichen Umfeld am liebsten in Baumkronen aufhält, sollte das Terrarium möglichst hochformatig und mit reichlich Ästen bestückt sein. Die Mindestmaße des Terrarium sollten 60x50x80cm auf keinen Fall unterschreiten. Je mehr Tiere zusammen leben, desto größer muss auch das Terrarium sein. Bei sechs Tieren sollte man 100x80x120cm zur Verfügung stellen.

Klimatische Bedingungen im Rotaugenlaubfrosch-Terrarium

Ihrem Rotaugenlaubfrosch geht es nur gut, wenn im Terrarium die passenden klimatischen Bedingungen erfüllt werden. Die Temperaturen sollten während der Regenzeit tagsüber zwischen 24 bis 28°C und in der Nacht zwischen 16 und 20°C liegen. Die Luftfeuchtigkeit sollte in dieser Phase zwischen 80 und 90 %, zum Teil sogar bei 100% liegen. In der Trockenzeit können die Temperaturen am Tage auf bis zu 32°C klettern. In der Nacht sollte man sie auf 18 – 22°C absenken. Die Luftfeuchtigkeit ist in dieser Zeit deutlich niedriger. Am Tage sind 50 – 70 % angemessen, wobei sie in der Nacht geringfügig höher sein sollte. Dazu reicht ein Sprüchen in den Abendstunden meist aus.

Regenwaldterrarium für Rotaugenlaubfrosch einrichten

Der Rotaugenlaubfrosch braucht viele Klettermöglichkeiten und ein großes Wasserbecken. Da die Tiere nachtaktiv und zudem sehr schreckhaft sind, bieten sich uneinsehbare Seitenwände und Rückwand, zum Beispiel aus Kork, an. Diese kann man gleichzeitig zum Anbringen von Ästen und Zweigen nutzen. Außerdem brauchen die Frösche großblättrige Pflanzen, wie Dieffenbachie oder Philodendron. An den Unterseiten der Blätter finden die Frösche tagsüber Schutz. Außerdem hängen die Weibchen ihre Eier an die Unterseite von Blättern und zwar unmittelbar über dem Wasserbecken.

Um den natürlichen Lebensraum des Rotaugenlaubfrosches bestmöglich nachzuahmen, sollte das Regenwaldterrarium 12 Stunden am Tag bestrahlt werden. Das Licht dient nur der Nachahmung der Sonne und nicht dem Auffinden der Frösche, die tagsüber gut getarnt im Laubwerk schlafen. Um die Tiere in der Nacht beobachten zu können, braucht man eine Rot- oder Blaulichtlampe.

Rotaugen-Laubfrosch: Kosten und Kauf

Einen Rotaugenlaubfrosch können Sie im Zoofachhandel, bei Züchter/innen, von Privatleuten oder aus Auffangstationen kaufen. Achten Sie beim Kauf auf gute Haltungsbedingungen und hygienische Zustände. Die Tiere sollten einen gesunden, agilen Eindruck machen.

Was ein Rotaugenlaubfrosch kostet, hängt davon ab, wo Sie ihn kaufen und wie alt das Tier ist. IM Durchschnitt belaufen sich die Rotaugenlaubfrosch Kosten auf ca. 40 Euro pro Tier. Hinzu kommen die Kosten für das Terrarium samt Ausstattung. Bedenken Sie auch, dass bei der Haltung jeden Monat Kosten für Futter und Strom entstehen.

Terrarien und Zubehör für den Rotaugen-Laubfrosch

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